Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden

In einer Zeit, in der Halbleiter weltweit knapp sind, eröffnet Bosch eine neue Fabrik in Sachsen. Die Produktion soll im Juli starten. Bringt das Entspannung für den Markt?

Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden
dpa

Dresden (dpa) - Der Technologiekonzern Bosch stärkt mitten in der weltweiten Chipkrise mit einer neuen Halbleiterfabrik in Dresden den Industriestandort Deutschland und Europa. Das Engagement in der sächsischen Landeshauptstadt ist mit rund einer Milliarde Euro nach Unternehmensangaben die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte. Bosch will die Produktion in dem Werk bereits im Juli starten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte bei der digitalen Eröffnungsfeier am Montag, «früher galt Öl als Lebenselixier einer Volkswirtschaft, und heute sind wir dringender denn je auf Halbleiter angewiesen». Deutschland und Europa müssten daher auf mehr Souveränität hinarbeiten und bei der Schlüsseltechnologie zu Asien und den USA aufschließen.

Bosch will in Dresden auf 300-Millimeter-Wafern Chips für das Internet der Dinge und die Automobilindustrie fertigen. Das Werk läuft voll digitalisiert und vernetzt. Langfristig sollen rund 700 Arbeitsplätze am Standort entstehen, derzeit sind es 250. «Wir tragen durch den vorgezogenen Anlauf dazu bei, dass der Druck etwas reduziert wird», sagte Bosch-Chef Volkmar Denner mit Blick auf den Halbleitermangel.

Viele Autobauer und Elektronikhersteller kämpfen derzeit damit, dass nicht genügend Chips auf dem Markt zur Verfügung stehen. Die aktuelle Halbleiterknappheit entstand unter anderem angesichts der sprunghaft gestiegenen Nachfrage bei Notebooks und anderer Computer-Technik in der Corona-Pandemie. Zuletzt litten besonders die Autobauer darunter.

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