Handwerk floriert weiter

Das deutsche Handwerk macht gute Geschäfte. Das stützt die Binnenkonjunktur und die gesamte Wirtschaft.

German boom in handcraft continues
dpa

Berlin (dpa) - Der Boom im Handwerk hält an - Kunden müssen deswegen lange auf einen Handwerker warten. Allerdings rechnet die Branche für das kommende Jahr mit einer schwächeren Handwerkskonjunktur. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen werden aber immer noch gute Geschäfte erwartet. Das sind Kernergebnisse des am Donnerstag vorgelegten aktuellen Konjunkturberichts.

Für das Gesamtjahr 2019 geht der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) von einem Umsatzplus im Handwerk von etwa 4 Prozent aus. Die Zahl der Beschäftigten steigt laut Prognose um 40 000. Das Handwerk würde gerne mehr einstellen - für viele Betriebe aber sei die Suche nach Fachkräften und Auszubildenden «äußerst schwierig und häufig erfolglos».

Die aktuelle Geschäftslage sei weiter auf einem Spitzenniveau, heißt es. 62 Prozent der Betriebe meldeten gute Geschäfte, nur 7 Prozent schlechte. Viele Firmen hätten hohe Auftragsbestände und eine hohe Kapazitätsauslastung. Das hat Folgen für die Kunden: Im Gesamthandwerk dauere es im Durchschnitt 9,1 Wochen, bis ein Auftrag erfüllt werden kann. In Bau- und Ausbauhandwerken müssten Kunden sogar 13,4 beziehungsweise fast 10,6 Wochen warten.

Der Ausblick des Handwerks für 2020 fällt jedoch verhaltener aus. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte, zwar erweise sich das Handwerk in einer gesamtwirtschaftlich schwierigen Phase einmal mehr als stabilisierender Wirtschaftsbereich - insgesamt hat sich die Konjunktur in Deutschland deutlich abgekühlt, weil vor allem die exportstarke Industrie von einer schwächeren Weltwirtschaft belastet wird. Auch im Handwerk bestehe aber kein Automatismus, dass die Konjunktur einfach so gut weiterlaufe, so Schwannecke. Wenn das Handwerk «Stabilitätsanker» bleiben solle, müsse Politik für wettbewerbsfähige Bedingungen sorgen. «Die Bundesregierung hat es in der Hand, ob sie die Handwerksbetriebe schwächt oder stärkt.»