Mauerfall-Gedenken in Budapest

Der deutsche Außenminister gedenkt in der ungarischen Hauptstadt dem Ende der innerdeutschen Teilung vor 30 Jahren.

Mauerfall-Gedenken in Budapest
dpa

Budapest (dpa) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat in Budapest des Falls der Berliner Mauer vor 30 Jahren gedacht und dabei ungarische Zeitzeugen getroffen. «Der Mauerfall wäre ohne die Solidarität und den Mut der Ungarn nicht möglich gewesen», erklärte Maas auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ungarischen Amtskollegen Peter Szijjarto. «Das werden wir Deutsche den Ungarn nicht vergessen.»

Ungarn hatte im Herbst 1989 Zehntausende fluchtwillige DDR-Bürger im Land aufgenommen und schließlich die Grenze zum Westen für sie geöffnet. Die dadurch ermöglichte Massenausreise von Ostdeutschen in die Bundesrepublik traf das DDR-Regime ins Mark und trug entscheidend dazu bei, dass die Berliner Mauer am 9. November 1989 Geschichte wurde.

Nach dem Gespräch mit Szijjarto besuchte Maas den Malterserorden im Stadtteil Buda. Dieser hatte im Sommer und Herbst 1989 auf Pfarrgrundstücken und anderen Liegenschaften Tausende DDR-Bürger, die sich weigerten, in die DDR zurückzukehren, untergebracht und versorgt. Maas sprach mit Akteuren von damals, die ihm über ihre ebenso dramatischen wie menschlichen Erlebnisse berichteten.

Heute ist das Verhältnis zwischen Deutschland und Ungarn eher abgekühlt. Der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban greift immer wieder Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU-Kommission wegen deren Flüchtlings- und Asylpolitik an. Orban steht auch wegen des Demokratieabbaus im eigenen Land in der Kritik.

Nach dem Treffen mit Szijjarto meinte Maas jedoch: «Bei den Meinungsverschiedenheiten, die wir haben, ist es eher notwendig, miteinander zu sprechen.» Der Dialogfaden dürfe nicht abreißen.