Mitgliederzuwachs bei Parteien

Die Mitgliederzahlen der deutschen Parteien sind 2017 gestiegen wie lange nicht mehr.

Mitgliederzuwachs bei Parteien
dpa

Berlin (dpa) - Die deutschen Parteien verzeichnen erstmals seit der Wiedervereinigung wieder ein deutliches Mitglieder-Plus. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Parteimitglieder um knapp 22 000 - ein Zuwachs von 1,8 Prozent im Vergleich zu 2016. Das geht aus einer Studie des Berliner Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer hervor, die die Freie Universität am Donnerstag veröffentlicht hat.

Der Wissenschaftler erklärt den lange nicht mehr dagewesenen Zulauf zur Parteiendemokratie so: «Die Gründe dafür liegen in kurzfristigen Entwicklungen, die zu einer Mobilisierung der Bürger geführt haben», sagte Niedermayer dem Magazin «Focus», das zuerst über die FU-Studie berichtet hatte. Er verwies auf Phänomene wie die Wahl von Donald Trump oder die Bundestagswahl in Deutschland. Die Studie bezieht sich auf die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien.

Von einer Trendwende kann man laut Niedermayer aber nicht sprechen. Seit Anfang der 90-er Jahre haben die Parteien im Schnitt die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. So gab es im Jahr 1990 noch 943 402 Menschen mit einem SPD-Parteibuch, die beiden Unionsparteien hatten zusammen mehr als 975 000 Mitglieder.