Politischer Aschermittwoch

Der Schlagabtausch nach dem Ende des Karnevals hat eine lange Tradition in Deutschland.

Politischer Aschermittwoch
dpa

Passau (dpa) - Zum Ende des Karnevals haben sich die Parteien in Deutschland zum traditionellen Schlagabtausch beim Politischen Aschermittwoch getroffen. Im Mittelpunkt stand das Bundesland Bayern. Der designierte Ministerpräsident Markus Söder trat in Passau auf, in Vilshofen der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz.

Die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel wurde wie immer am Abend in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern vor Parteimitgliedern und Sympathisanten erwartet.

Der politische Aschermittwoch in Deutschland geht auf einen Viehmarkt im 19. Jahrhundert im niederbayerischen Vilshofen zurück. Rededuelle und Abrechnen mit politischen Gegnern auf etwas derbere Art sind die Markenzeichnen der Veranstaltungen einen Tag nach Karnevalsende.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zunächst die regional aktive Bayernpartei, die sich dieser Tradition erinnerte. Seit Jahrzehnten wird der politische Aschermittwoch aber überwiegend mit der bayerischen CSU, der Schwesterpartei der CDU von Kanzlerin Angela Merkel, in Verbindung gebracht.

CSU-Patriarch Franz Josef Strauß war zunächst viele Jahre in einem kleinen Wirtshaus aufgetreten, bevor er die Kundgebung 1975 in die Passauer Nibelungenhalle verlegen ließ. Im Laufe der Jahre kopierten sämtliche deutsche Parteien das Format.