TdT_Pressefreiheit_18052017

Im Exil

Gefahr für die Pressefreiheit bedeutet Gefahr für die Schreibenden. Drei Journalisten aus Syrien, der Ukraine und der Türkei berichten beim Weltkongress des Internationalen Presse-Instituts von ihren Erfahrungen.

Deutschland. Beim G20-Gipfel im Juli 2017 wird Hamburg zum Ort des Austauschs über Themen von globaler Bedeutung: Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer suchen nach Antworten auf Fragen zu Weltwirtschaft, Gesundheit, Integration und der Bedrohung durch den Terrorismus. Zwei weitere Themen von großer Bedeutung bringen schon im Mai Menschen aus aller Welt in Hamburg zusammen: die Pressefreiheit und die Zukunft des Qualitätsjournalismus. Sie stehen beim Weltkongress des Internationalen Presse-Instituts (IPI) im Mittelpunkt.

In zahlreichen Ländern ist die mediale Selbstbestimmung bedroht – betroffene Journalisten werden darüber in Hamburg berichten. Auf der Rednerliste stehen auch Yahya Alaous, Aleksei Bobrovnikov und Can Dündar. Die drei Journalisten leben derzeit in Deutschland, weil sie in ihren Heimatländern nicht frei arbeiten können.

Yahya Alaous 
Der syrische Journalist saß zwei Jahre im Gefängnis, nachdem er über Korruption und Verstöße gegen Menschenrechte berichtet hatte. Später war er Chefredakteur des Online-Magazins „Thara“, das sich vor allem mit Kinder- und Frauenrechten beschäftigt. Alaous floh vor dem Bürgerkrieg aus Syrien und lebt mit seiner Familie jetzt in Berlin. Für die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt er über „Mein Leben in Deutschland“. Auch im „Handelsblatt“ berichtete er in einer Kolumne über seinen Start in Deutschland.

Aleksei Bobrovnikov 
Seit einer Recherche über ein Netzwerk von Schmugglern und Geldwäschern in der Ostukraine ist das Leben des Zeitungs- und Fernsehjournalisten Aleksei Bobrovnikov bedroht. Er hat als Kriegsreporter im Donbass gearbeitet und über die Majdan-Proteste in Kiew berichtet. Bevor er sich als Investigativreporter einen Namen machte, schrieb er vor allem über Wirtschaftsthemen. Bobrovnikov ist Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Can Dündar 
Der Journalist, Kolumnist und Filmemacher Can Dündar hat für zahlreiche türkische Zeitungen geschrieben, darunter „Hürriyet“, „Sabah“ und „Milliyet“. Er war Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“, als er im November 2015 unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet wurde. Im Februar 2016 wurde er nach einem Beschluss des obersten Gerichtshofs aus der Haft entlassen, im Mai jedoch zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Am Tag des Gerichtsverfahrens entging er in Istanbul knapp einem Anschlag. Heute lebt Dündar in Berlin und betreibt gemeinsam mit dem deutschen Recherchezentrum Correctiv das Internetportal Özgürüz („Wir sind frei”).

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