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"Weiter Schreiben" – trotz Bedrohung und Flucht

Diese Stimmen sollen nicht verstummen – mit dem Projekt „Weiter Schreiben“ helfen deutsche Kulturschaffende Autoren, die geflüchtet sind oder in ihrem Land nicht mehr publizieren können.

Was bedeutet es für Schriftsteller, die sprachliche Heimat zu verlieren? „Wir haben mit Autoren und Autorinnen aus Krisengebieten gesprochen und sie gefragt, was sie sich wünschen. Die Antwort, die wir gehört haben, war: weiter schreiben“, sagen Annika Reich und Ines Kappert, die Initiatorinnen des gleichnamigen Projekts. Sie vernetzen geflüchtete Autoren mit deutschsprachigen Kollegen und geben ihnen ein Forum, ihre Texte zu veröffentlichen.

Am 8. Mai ging die Website weiterschreiben.jetzt ins Netz. Dort erscheinen die Texte in Originalsprache und in deutscher Übersetzung, illustriert von Künstlern und Künstlerinnen, die ebenfalls aus Krisengebieten stammen. „Die hier versammelten Gedichte, Kurzgeschichten und Essays erzählen von einer Welt, die gerade radikal bricht oder längst gebrochen war“, heißt es dazu.

Austausch und Vernetzung

Kern der Zusammenarbeit sind bilaterale Autoren-Partnerschaften, von denen beide Seiten profitieren. Das Projekt setzt einen interkulturellen Dialog in Gang, eröffnet neue Perspektiven auf die Herkunftsländer, bringt gemeinsame Texte hervor und verhilft geflüchteten Autoren zu Kontakten im deutschen Literaturbetrieb. Bisher sind neun Autoren aus Krisengebieten und 18 deutschsprachige beteiligt.

„Weiter Schreiben“ ist ein Projekt der Initiative „Wir machen das“ und dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung. Es wird durch den Hauptstadtkulturfonds, die Schering Stiftung und das Goethe-Institut gefördert. Eine Anthologie mit ausgewählten Texten soll Ende 2018 im Blumenbar Verlag erscheinen.

Bisherige Autoren-Tandems

  • Noor Kanj (Syrien) / Svenja Leiber
  • Galal Alahmadi (Jemen) / Tanja Dückers
  • Ramy Al-Asheq (Syrien) / Monika Rinck
  • Souad Alkhateeb (Syrien) / Antje Rávic Strubel
  • Lina Atfah (Syrien) / Nino Haratischwili
  • Salma Salem (Syrien) / Saša Stanišić

weiterschreiben.jetzt

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