Bierkultur_2109

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Kleinbrauereien boomen

Wenn in München wieder „O’zapft is“, beginnt mit dem Oktoberfest die größte Bierparty der Welt. Dort gibt es nur sechs Sorten, deutschlandweit allerdings mit 6000 Bieren so viele wie nie zuvor.

„Im Holzfass gelagert, nicht zu süß, nicht zu bitter, kräftiger Geschmack, weicher Abgang“. So oder ähnlich klingt es, wenn die Oktoberfest-Wirte sich vorab bei der Bierprobe von der Qualität ihrer Brauereien überzeugen. Vom Augustiner bis zum Hacker-Pschorr – sechs verschiedene Sorten rauschen auch in diesem Herbst während des größten Volksfests in die Maßkrüge und werden von fröhlichen Menschen in Dirndl und Trachtenjanker getrunken, bis das Maß voll ist.

Doch auch jenseits der großen Bierzelte sind Hopfen und Malz längst nicht verloren: Der Pro-Kopf-Bierkonsum in Deutschland ist in den vergangenen 20 Jahren zwar von 142 auf „nur noch“ 107 Liter pro Jahr abgeebbt. Aber im Gegenzug floriert das Nischenbier. Noch nie gab es mit rund 6000 Biersorten so viel Auswahl wie heute. Mit über 1300 Braustätten boomt in Deutschland eine wachsende (Klein-)Bierkulturlandschaft. Schon mal ein „Karpfentrunk“ aus der Schlossbrauerei Friedenfels in der Oberpfalz probiert? Oder eines der Bio-Biere der bayerischen Neumarkter Lammsbräu – nur eine von mehreren Hundert inhabergeführten Brauerei-en im Land der Biere?

Die neue Vielfalt profitiert vom steigenden Verkauf regionaler Produkte. Nicht zuletzt die vielen Gasthaus-Brauereien sind so etwas wie „die neuen Wilden“ unter den Bierherstellern. Sie zeigen sich experimentierfreudig und setzen auf hohe Qualität. Warum gerade das flüssige Gold der Mikrobrauereien nur so sprudelt? Experten sagen: Zum einen wegen des Reinheitsgebots – der ältesten lebensmittelrechtlichen Vorschrift der Welt. Es besteht seit 1516 und besagt: keine Konservierungsstoffe gehören in den gehaltvollen Trank. Er darf ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut sein. Bierbrauen ist in Deutschland immer noch eine Handwerkskunst. Die Sortenvielfalt (Pils, Alt, Kölsch, Export und Weizen) und der Vorzug von Mehrwegflaschen aus Glas machen Großbraustätten und lange Transportwege zudem weniger profitabel. Und genau das fördert die lokale Bierkultur. Apropos: Machen lange Wege nicht furchtbar durstig?

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