Nobelpreis_0812

Ehrung in Zeiten der Krise

Die feierliche Zeremonie am 10. Dezember im Rathaus von Oslo markiert einen Höhepunkt für die Europäische Union. Die Verleihung des Friedensnobelpreises würdigt das Friedenkonzept der Gemeinschaft.

„Der Friedensnobelpreis ehrt die historischen Erfolge der europäischen Integration. Er soll uns Ansporn sein, gerade jetzt in der Krise weiterzukämpfen und alles zu tun, um die Europäische Union nicht scheitern zu lassen.“ So kommentierte der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, in einer Rede die Nachricht aus der norwegischen Hauptstadt, ausgerechnet in diesen wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten den Staatenbund zu ehren. Schulz wird mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy die Auszeichnung für die Europäische Union stellvertretend entgegen nehmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Preisverleihung gerade jetzt, „eine sehr weise Entscheidung, die uns alle auffordert, noch intensiver mit den Menschen darüber zu sprechen, was für ein Glücksfall Europa ist.“ Die diesjährige Auszeichnung in Oslo ist nicht die erste, die den Europa-Gedanken belobigt. Der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt, der 1971 den Friedensnobelpreis erhielt, wurde für seine Ostpolitik wie für sein europäisches Engagement geehrt.

2012 wird der Friedensnobelpreis zum 126. Mal verliehen, die EU ist die 21 internationale Organisation, die ihn erhält. Dreimal allein bekam ihn bereits das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), zweimal das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR). Zu den Preisträgern gehörten unter anderem 1977 die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, 1997 die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen und 1999 Ärzte ohne Grenzen. Es folgten 2001 die Vereinten Nationen, 2005 die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) und 2007 der Weltklimarat (IPCC) gemeinsam mit Al Gore.

Die Friedensdividende in Form des Nobel-Preisgeldes will die EU für Kinder zur Verfügung stellen, die unter Kriegen und Konflikten leiden. Es handelt sich um rund 930 000 Euro.

http://europa.eu/about-eu/basic-information/eu-nobel/index_de.htm

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