dpa-Meldung_Leitkultur_02052017

Neue Debatte über die Leitkultur

Vor der Bundestagswahl im September wird wieder über die deutsche Leitkultur diskutiert.

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat einen Zehn-Punktekatalog für eine deutsche Leitkultur vorgelegt. «Ich will mit einigen Thesen zu einer Diskussion einladen über eine Leitkultur für Deutschland», schreibt de Maizière in einem Gastbeitrag für die «Bild am Sonntag». Wer sich seiner eigenen Kultur sicher sei, sei stark.

De Maizière führt zehn Eigenschaften auf, die seiner Auffassung nach Teil einer deutschen Leitkultur sind. Etwa soziale Gewohnheiten: In Deutschland gebe man sich zur Begrüßung die Hand, zeige sein Gesicht und nenne seinen Namen. «Wir sind nicht Burka», schreibt de Maizière. Zur Leitkultur gehörten zudem Allgemeinbildung, der Leistungsgedanke, das Erbe der deutschen Geschichte und der kulturelle Reichtum. Deutschland sei ein christlich geprägter, Religionen freundlich zugewandter aber weltanschaulich neutraler Staat, so de Maizière.

Die Gesellschaft sei konsensorientiert und Kompromisse konstitutiv für die Demokratie. Auch einen «aufgeklärten Patriotismus» zählt der Christdemokrat zur Leitkultur. Ein solcher Patriot liebe sein Land ohne andere zu hassen. Schließlich seien auch die Westbindung Deutschlands, sein Bekenntnis zu Europa sowie ein gemeinsames kollektives Gedächtnis für Orte, Ereignisse und Traditionen Teil der Leitkultur.

Im Jahr 2000 gab es schon einmal eine Leitkulturdebatte zur Einwanderungspolitik. Die jetzt von dem CDU-Politiker angeregte Diskussion ist vor dem Hintergrund der kommenden Bundestagwahl zu sehen. Aus Reihen der CDU/CSU gab es viel Zuspruch, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verwies auf die Verfassung.

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