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„Neue Akzente für politische Lösungen“

Für sicherheitspolitische Debatten ist die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ein bedeutendes Forum. Drei Fragen an Botschafter Wolfgang Ischinger, den Vorsitzenden der MSC, zu den Schwerpunkten der 49. MSC, die am 1. Februar beginnt.

Welche Themen stehen im Mittelpunkt der MSC und welche international bekannten Konferenzteilnehmer erwarten Sie in diesem Jahr?

Ischinger: Im Mittelpunkt stehen sowohl die akuten Krisenherde – Mali, Syrien und der Disput um das iranische Atomprogramm – als auch Fragen, die uns in Zukunft stark beschäftigen werden, wie etwa Fragen zur Neubelebung der transatlantischen Beziehungen oder wie wir die Verteidigungspolitik in Europa besser koordinieren können. Wir erwarten ein sehr hochrangiges Teilnehmerfeld mit etlichen Staats- und Regierungschefs und über 50 Außen- und Verteidigungsministern. Besonders freue ich mich über die erneute Teilnahme von US-Vizepräsident Joe Biden.

Welches sind für Sie aktuell sicherheitspolitisch die größten Herausforderungen weltweit? Und welche politischen Impulse kann die MSC 2013 bei diesen Fragen setzen?

Für 2013 besonders akute Fragen sind neben Mali, Syrien und Iran. In Mali gilt es, ein zweites Afghanistan zu verhindern, während in Syrien der Bürgerkrieg beendet werden muss, um einen friedlichen Übergang zu organisieren. Beim Streit um das iranische Atomprogramm läuft uns die Zeit davon, um sowohl einen Krieg als auch einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. Zwei Impulse erhoffe ich mir besonders: neue Akzente für politische Lösungen – im Falle Irans etwa zum Verhandlungspaket – sowie Ideen für eine bessere Kooperation der internationalen Gemeinschaft. Die MSC ist mit ihrer Dichte an Entscheidungsträgern hierzu prädestiniert. Wer auf der MSC ist, kann sich nicht nur, der muss sich fast treffen.

Immer öfter werden in der Sicherheitspolitik auch Fragen der Energieversorgung, des Klimawandels oder der Entwicklung der Finanzmärkte diskutiert. Inwiefern wird sich die Sicherheitspolitik künftig noch intensiver mit diesen Zusammenhängen befassen müssen?

Entwicklungen in diesen Feldern haben direkte Auswirkungen auf unsere Sicherheit. Hier muss das Bewusstsein unter Sicherheitspolitikern noch weiter steigen. Sicherheitspolitik darf nicht erst dann anfangen, wenn viele präventive, friedliche Lösungen nicht mehr möglich sind. Ein Beispiel: Der Klimawandel wird Konflikte auslösen, die wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben.

49. Münchner Sicherheitskonferenz vom 1. bis 3. Februar 2013 in München

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