TDT_Tag_der_Industrie_19062017

Ist der Industrie-Gigant fit für die Zukunft?

Beim Tag der Deutschen Industrie (TDI) geht es um die wichtigsten Herausforderungen für die viertgrößte Industrienation.

Innovation, demografischer Wandel, Steuergerechtigkeit, Digitalisierung und Globalisierung: Das sind die Themen der wichtigsten Branchenkonferenz, zu der der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hochrangige Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft am 19. und 20. Juni 2017 nach Berlin eingeladen hat. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesvorsitzenden der Parteien SPD, FDP und Grüne nehmen teil.

Harte Arbeit für die Zukunft

Titel wie „Exportweltmeister“ und das Gütezeichen „Made in Germany“ zeichnen den Industriestandort Deutschland aus – aber nicht für alle Ewigkeit. Die deutsche Industrie steht vor einigen gewaltigen Herausforderungen. Da ist zum einen die Abhängigkeit von globalen Märkten und das Risiko, von aufkeimendem Protektionismus in die Schranken gewiesen zu werden. Zum anderen verweisen Kritiker des deutschen Exportüberschusses darauf, dass Deutschland zu wenig importiert und investiert. Investitionen und Innovation sind wichtige Treiber für die Zukunft. Hochwertige Bildung und Förderung von Startups sind unerlässlich, damit neue Ideen Wirklichkeit werden können.

Industrie 4.0

Die Digitalisierung des Alltags schreitet so rasant voran, dass die deutsche Industrie sich ranhalten muss, um nicht abgehängt zu werden. Dies ist vor allem für mittelständische Unternehmen eine Herausforderung. Laut einer Studie im Auftrag des BDI könnten sonst bis 2025 Verluste von insgesamt 220 Milliarden Euro bei der industriellen Wertschöpfung in Deutschland zusammenkommen.

Wirtschaft und Ethik

Angesichts von Digitalisierung, Gewinnmaximierung und Wachstum müssen sich Wirtschaftsvertreter und Politiker auch ihrer Verantwortung für soziale Gerechtigkeit und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen stellen – in Deutschland und weltweit.

Ein langfristiges Problem ist der demografische Trend in vielen westlichen Industrienationen: Japan und Deutschland sind die Länder mit dem höchsten Durchschnittsalter. Schon jetzt machen sich Nachwuchsmangel und Fachkräftemangel bemerkbar. Deshalb ist die Zuwanderung und Integration qualifizierter Arbeitskräfte nötig. Zudem gilt es, Technik und Produkte für die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft zu entwickeln.

Daten zur deutschen Industrie

  • Deutschland ist die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde, hinter USA, China und Japan
  • 2,1 Billionen Euro Gesamtumsatz
  • 50 Prozent Exportquote
  • Weltweit höchster Exportüberschuss von 253 Milliarden Euro im Jahr 2016
  • 7,5 Millionen Erwerbstätige in der Industrie
  • 3,6 Millionen Beschäftigte an deutschen Industriestandorten im Ausland
  • Jeder zweite Industriearbeitsplatz hängt vom Export ab
  • Umsatzstärkste Unternehmen: Volkswagen AG, Daimler AG, Eon SE
  • Wichtigste Exportgüter: Autos und Fahrzeugzubehör, Maschinen, chemische Produkte, Elektronik, Optik, Pharmaka
  • 90 Prozent der Unternehmen zählen zum Mittelstand, das heißt Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro und weniger als 250 Beschäftigten

Rekordverdächtig: Steckbrief der deutschen Industrie

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