Schwung für die Energiewende

Wie die „Kopernikus-Projekte“ Deutschlands Energiesystem revolutionieren sollen.

Kopernikus-Projekte: Hier dreht sich alles um die Energiewende.
Kopernikus-Projekte: Hier dreht sich alles um die Energiewende. dpa

Deutschland. Der Plan ist ehrgeizig: Für die Energiewende will Deutschland sein Energiesystem bis zum Jahr 2025 rundum erneuern. Deshalb startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2015 unter dem Motto „Kopernikus-Projekte“ die bisher größte Forschungsinitiative zur Energiewende. Eine wichtige Vorgabe war, dass Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen.

Wer ist dabei?

Den Zuschlag bekamen vier interdisziplinäre Forschungsgruppen mit 230 beteiligten Institutionen. Von der Grundlagenforschung bis zur Einsatzreife erarbeiten sie Technologien, die der Energiewende den entscheidenden Schub geben sollen. Das Ministerium fördert die auf zehn Jahre angelegten Projekte mit insgesamt 400 Millionen Euro.

Was sind die größten Herausforderungen der Energiewende?

Ein Gremium von Experten definierte vier Kernaufgaben für die Kopernikus-Projekte:

  1. Ein Stromnetz, das flexibel auf Schwankungen bei Windkraft und Solarenergie und beim Stromverbrauch reagiert.
  2. Speicherung von erneuerbaren Energien.
  3. Anpassung von Industrieprozessen auf eine schwankende Energieversorgung.
  4. Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems – Strom, Wärme und Mobilität.
Worum geht es in den Kopernikus-Projekten?
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Das Konsortium unter der Leitung von Professor Holger Hanselka vom Karlsruher Institut für Technologie befasst sich mit dem Netzumbau. Dazu gehören auch Digitalisierung und die gesellschaftliche Akzeptanz von Technik und Infrastruktur.

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Unter Professor Walter Leitner von der RWTH Aachen entwickelt das Konsortium Möglichkeiten, überschüssige Solar- und Windenergie in anderen Energieträgern zu speichern.

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83 Projektpartner testen Verfahren, mit denen Produktionsprozesse der Industrie an eine schwankende Energieversorgung angepasst werden. Die Leitung haben die Technische Universität Darmstadt und die Universität Stuttgart.

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In einem komplexen Navigationsmodell sollen alle Szenarien der Energiewende simuliert werden. Zum Beispiel: Wie gelingt es, dass Haushalte und Industrie immer optimal mit Energie versorgt sind? Und wie wirken sich politische Entscheidungen auf das Energiesystem aus? Projektleiter ist Professor Ortwin Renn vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) Potsdam.

Warum ist die Forschungsinitiative nach Nikolaus Korpernikus benannt?

Sein Name steht für wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Der Astronom hatte im 16. Jahrhundert herausgefunden, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Diese Entdeckung änderte radikal das damalige Weltbild. In diesem Sinn sollen die Kopernikus-Projekte das Energiesystem revolutionieren.

Weitere Informationen Kopernikus-Projekte

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