München und Darmstadt führen bei Städteranking

Das sind die Aufsteiger und Absteiger bei Wirtschaftskraft, Dynamik und Zukunftsfähigkeit.

München und Darmstadt führen bei Städteranking
dpa

Düsseldorf (dpa) - Viele Großstädte im Süden Deutschlands sind einer Studie zufolge besonders wirtschaftsstark, dynamisch und gut für die digitale Zukunft gerüstet. Städte im Ruhrgebiet rutschen dagegen weiter ab, wie aus dem Städtevergleich der „Wirtschaftswoche“ und des Internet-Portals Immobilienscout24 hervorgeht. „Das Städteranking untersucht die Kriterien, die eine Stadt attraktiv machen“, erläuterte Beat Balzli, Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“.

München hat die größte Wirtschaftskraft

München landete das sechste Jahr in Folge auf dem Spitzenplatz bei der Wirtschaftskraft, gefolgt von Ingolstadt und Stuttgart, wie schon 2017. Unter den Top zehn der 71 kreisfreien größeren Städte sind auch Erlangen, Wolfsburg, Frankfurt, Regensburg, Ulm, Darmstadt und Würzburg.

Für die jährliche Untersuchung vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die aktuelle Wirtschaftskraft, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren sowie Zukunftsperspektiven aller kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Verschiedenste Faktoren aus Bereichen wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Industrie der Zukunft und Lebensqualität wurden analysiert.

Wolfsburg ist der dynamische Aufsteiger

Bei der Dynamik verdrängte München Ingolstadt vom ersten Platz. Berlin arbeitete sich auf den zweiten Rang vor. Vor allem die Start-up-Szene und der Immobilienmarkt entwickelten sich in den vergangenen fünf Jahren in der Bundeshauptstadt nach Einschätzung von Hanno Kempermann von IW Consult positiv. Steigende Mieten und Immobilienpreise werden als Zeichen der Attraktivität einer Stadt gewertet. Der Aufsteiger unter den Top zehn ist Wolfsburg: Die Autostadt machte zum Vorjahr einen Sprung von 11 Plätzen auf Rang 5.

Digitalstadt Darmstadt ist fit für die Zukunft

Darmstadt ist als High-Tech-Zentrum der Metropolregion Rhein-Main-Neckar der Studie zufolge weiterhin am besten gerüstet für das digitale Zeitalter, gefolgt von Erlangen, Stuttgart, München und Wolfsburg.

Ruhrgebiet kämpft mit dem Strukturwandel

Als Alarmsignal wertete Kempermann die Entwicklung im Ruhrgebiet. Städte wie Bottrop (Rang 71), Duisburg (70), Hamm (69), Herne (67) Gelsenkirchen (66) sackten der Studie zufolge bei der Zukunftsfähigkeit weiter ab. „Im Ruhrgebiet muss mehr passieren im Hinblick auf die Digitalisierung“, sagte Kempermann. Auch bei der Wirtschaftskraft und der Dynamik rangierten viele Großstädte der Region, die nach dem Zechensterben im Strukturwandel steckt, auf den hinteren Plätzen.

Kleine Städte mit großem Potenzial

Deutlich aufgeholt haben in den vergangenen fünf Jahren einige größere Städte abseits der Metropolen. „Die Metropolen sind nicht unbedingt am dynamischsten“, sagte Kempermann. So schoben sich Lübeck (17), Jena (18), Koblenz (20), Freiburg (27) und Wuppertal (33) im Dynamik-Ranking um jeweils mehr als zehn Pätze nach vorn. Besonderen Schwung bescheinigte Kempermann Uni-Städten und forschungsstarken Kommunen mit innovativen Branchen, wie zum Beispiel Jena mit dem Schwerpunkt Optik. Die Stadt in Thüringen verbesserte sich den Angaben zufolge gleich um 33 Plätze.