Wende bei der Syrienhilfe?

Seit zehn Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Armut und Hunger breiten sich immer weiter aus. Deshalb fordern Hilfsorganisationen einen anderen Ansatz.

Wende bei der Syrienhilfe?
dpa

Berlin (dpa) - Caritas-Präsident Peter Neher hat sich für eine Wende bei der Syrienhilfe und für die Unterstützung von Wiederaufbauprojekten auch in Regierungsgebieten ausgesprochen. Die humanitäre Lage in dem Bürgerkriegsland sei eine Katastrophe, sagte Neher vor der Brüsseler Syrien-Geberkonferenz an diesem Dienstag. Die bisherige Konzentration auf Nothilfe müsse aufgegeben werden. «Wir müssen gezielte Wiederaufbaumaßnahmen zulassen, auch in Gebieten unter Kontrolle des Regimes», sagte der Caritas-Präsident.

Bei der von der EU und den UN organisierten Online-Konferenz sollen am Dienstag neue Hilfszusagen für die notleidenden Menschen in Syrien gemacht werden. Die EU lehnt bislang Wiederaufbauhilfe in Gebieten unter Kontrolle der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad ab, weil sie dessen Herrschaft nicht unterstützen will. Deutschland und andere Staaten sind dazu nur bereit, wenn es bei einer politischen Lösung greifbare Fortschritte gibt. Eine solche ist nicht in Sicht.

Neher erklärte, Syriens Infrastruktur sei massiv zerstört. Rund 2,5 Millionen Kinder gingen nicht zur Schule. «Wir wollen den Menschen helfen, dass sie wieder ein Dach über dem Kopf haben», sagte der Präsident der katholischen Hilfsorganisation. «Wir wollen Kindergärten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen wiederaufbauen.»

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