Viele Debüts im Bundestag

Im neu gewählten Deutschen Bundestag sind elf türkischstämmige Abgeordnete vertreten.

picture-alliance/dpa - Cemile Giousouf

Kein Durchschnitt. Der neu gewählte 18. Deutsche Bundestag ist internationaler als der vorherige: Die Zahl der Abgeordneten mit Migrationshintergrund ist um 13 Personen gestiegen – auf nunmehr 34. Unter ihnen sind elf türkischstämmige Abgeordnete. Einen von ihnen, Özcan Mutlu von Bündnis 90/Die Grünen, kürte Deutschlands größte Boulevardzeitung „Bild“ nach der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages zum „Gewinner des Tages“. Mutlu, 1968 im türkischen Kelkit geboren, hatte zuvor vielbeachtet getwittert: „Historischer Moment für meine Eltern. Als Gastarbeiter gekommen, nun sind sie auf der Tribüne meiner 1. BT Sitzung!“ Das jüngste Bundestagsmitglied ist der 26-jährige Mahmut Özdemir. Über seinen Umzug in die Hauptstadt sagte der SPD-Politiker in einem Interview: „Berlin ist eine schöne Stadt, mein Herz schlägt aber für meine Heimat Duisburg.“ Einen Rekord stellt der neu gewählte Bundestag auch mit seinem Frauenanteil auf: 229 der 631 Abgeordneten sind weiblich. Mitverantwortlich für diese Zahl sind Cemile Giousouf und Azize Tank. Giousouf ist die erste muslimische Abgeordnete der CDU im Bundestag; ihre Eltern gehören der türkischen Minderheit in der griechischen Region Thrakien an. Ebenfalls zum ersten Mal zieht Azize Tank für Die Linke in den Bundestag ein. Tank wurde 1950 in der Türkei geboren und war zuletzt Migrantenbeauftragte in Berlin.

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