Deutschland plant zusätzliche Förderung für Gedenkstätten
Kulturstaatsminister Weimer will Gedenkstätten zur Erinnerung an NS- und SED-Verbrechen stärken. Für 2027 sind zehn Millionen Euro zusätzlich vorgesehen.
Berlin (dpa, d.de) – Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will die Erinnerungsarbeit an die Verbrechen des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur stärken. Für Gedenkstätten sollen 2027 zusätzlich zehn Millionen Euro vom Bund bereitstehen.
„Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und Geschichtsverfälschung zunehmen und die Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen, braucht unsere Erinnerungskultur starke Erinnerungsorte“, sagte Weimer.
Die Hälfte der zusätzlichen Mittel ist für Projekte vorgesehen, etwa zum Erhalt historischer Orte, für Digitalisierung und digitale Vermittlung sowie für Bildungsarbeit und anwendungsbezogene Forschung. Gedenkstätten können dafür voraussichtlich ab September Anträge stellen.
Weitere fünf Millionen Euro sollen bereits vom Bund geförderten Gedenkstätten zugutekommen, unter anderem der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, den KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg, der Gedenkstätte Topographie des Terrors und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Die Mittel sollen etwa höhere Personal- und Sicherheitskosten abdecken.