Zweifel am menschengemachten Klimawandel? Hier sind die Fakten
Falsche Behauptungen zum Klimawandel halten sich hartnäckig. Wir widerlegen die häufigsten Fake News zur globalen Erwärmung.
Das Klima hat sich schon immer verändert – ist der menschengemachte Klimawandel eine Lüge?
Nein. Klaus Hasselmann, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, wies den menschengemachten Klimawandel bereits 1995 nach – und erhielt dafür 2021 den Physik-Nobelpreis. Er entwickelte Modelle, mit denen er Wetter- und Klimaschwankungen verknüpfte und den menschengemachten Einfluss auf die globale Erwärmung nachweisen konnte.
Der CO₂-Gehalt der Atmosphäre ist durch den Menschen messbar gestiegen: Vor der Industrialisierung lag er bei etwa 280 ppm. Diese Abkürzung steht für „parts per million“ und bedeutet hier, dass sich unter einer Million Luftteilchen 280 Moleküle Kohlendioxid befinden. 2025 lag der CO₂-Gehalt bei über 420 ppm, wie unter anderem Messungen des Umweltbundesamtes ergaben. Im gleichen Zeitraum ist die globale Durchschnittstemperatur um rund 1,4 Grad Celsius gestiegen.
Wetterberichte liegen oft falsch – sind Klimamodelle deshalb unzuverlässig?
Nein. Wetter- und Klimavorhersagen beobachten ganz unterschiedliche Dinge. Wettermodelle berechnen, wie sich die Atmosphäre in den nächsten Tagen entwickelt, ausgehend von aktuellen Messdaten. Klimamodelle sind komplexe Computerprogramme, die die künftige Klimaentwicklung auf Basis von Annahmen berechnen. Über physikalische Gesetze können sie Thesen zu Klimaveränderungen aufstellen, abhängig von Veränderungen in der Atmosphäre, Kryosphäre, Landfläche, Biosphäre und den Ozeanen.
Der Deutsche Wetterdienst und das Max-Planck-Institut für Meteorologie nutzen ihr Modell ICON sowohl für das Wetter als auch für Klimaberechnungen. Für den Wetterbericht rechnet es den konkreten Verlauf der Tage aus. Dieser wird nach etwa einer Woche ungenau. Für Klimaprognosen fragt es, wie sich die Durchschnittstemperatur und die Häufigkeit von Hitzewellen oder Starkregen verschieben, wenn sich der Ausstoß von Treibhausgasen verändert.
Wenn es eine globale Erwärmung gibt, wieso ist es dann noch kalt im Winter?
Einzelne kalte Winter widersprechen der globalen Erwärmung nicht, weil Wetter und Klima zwei unterschiedliche Dinge sind. Deutsche Forschungseinrichtungen wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung haben nachgewiesen, dass die Erderwärmung extreme, regionale Winterkälte begünstigen kann.
Bereits 2010 untersuchten Vladimir Petoukhov und sein Kollege Vladimir A. Semenov vom PIK, wie der Rückgang des Meereises in der Arktis die Winter in Europa beeinflussen könnte. In Simulationen beobachteten sie, dass sich die Luftströmung bei bestimmten Rückgängen des Eises so veränderte, dass mehr kalte Luft nach Süden gelangen konnte. Unter diesen Modellbedingungen stieg die Wahrscheinlichkeit extremer Kälte in Teilen Europas und Nordasiens teils auf mehr als das Dreifache.