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Nach WM-Aus: Das deutsche Team muss sich neu erfinden

Deutschland scheitert bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale und steht vor einem Neuaufbau seiner Nationalmannschaft. Hoffnung machen junge Stars. 

Johannes_GöbelJohannes Göbel, 30.06.2026
Stürmer Deniz Undav neben Torwart Manuel Neuer
Stürmer Deniz Undav überraschte positiv, auch wenn die WM für Deutschland enttäuschend verlief. © picture alliance/dpa | Tom Weller

Das gab es noch nie: Deutschland verliert erstmals bei einer Fußball-WM ein Elfmeterschießen. Das 3:4 gegen Paraguay im Sechzehntelfinale des Turniers in Kanada, Mexiko und den USA ist für die „Fußballnation Deutschland“ eine traurige Premiere. Der viermalige Titelträger Deutschland tut sich bei Weltmeisterschaften wiederholt schwer, scheidet zum dritten Mal hintereinander frühzeitig aus und zählt nicht mehr zu den Favoriten des wichtigsten Wettbewerbs. Dabei hatte vor zwei Jahren noch eine stimmungsvolle Europameisterschaft im eigenen Land mit einem unglücklichen Ausscheiden im Viertelfinale gegen den späteren Turniersieger Spanien Hoffnung gemacht. Und auch der Start in die WM 2026 glückte, aber unterm Strich steht fest: Deutschlands Fußballnationalmannschaft braucht einen tiefgreifenden Wandel. 

Nach Siegen gegen den WM-Neuling Curaçao (7:1) und Côte d’Ivoire (2:1) stand Deutschland frühzeitig als Gruppensieger fest. Doch schon beim 1:2 im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador deutete sich an, was sich im Sechzehntelfinale bestätigte: Gegen leidenschaftlich kämpfende Teams fielen der DFB-Elf zu wenige Lösungen im Offensivspiel ein. Das unbestrittene Talent von Stars wie den Mittelfeldspielern Florian Wirtz und Jamal Musiala kam nicht zur Geltung. Trotz erfahrener Leistungsträger wie Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Manuel Neuer wirkte die Mannschaft zu oft verunsichert. Der Geist der „Turniermannschaft Deutschland“, die im Verlauf eines Wettbewerbs an den Herausforderungen wächst, scheint verflogen. Doch wer das Team während der ersten WM-Wochen beobachtete, sah auch manches, das Hoffnung für die Zukunft macht.

Spieler, die positiv überraschen 

Gleich mehrere DFB-Spieler konnten bei ihrer ersten Fußballweltmeisterschaft positiv überraschen. Stürmer Deniz Undav schoss trotz weniger Einsatzminuten drei Tore, bereitete zwei vor und zeigte mit seiner humorvollen, unkonventionellen Art, das Deutschland auch immer wieder neue Spielertypen hervorbringt. Mittelfeldmotor Felix Nmecha präsentierte sich kämpferisch und zugleich technisch stark und dürfte bei der nächsten Weltmeisterschaft ebenso dem deutschen Kader angehören wie der 23-jährige Außenverteidiger Nathaniel Brown, der vom deutschen Fachmagazin „kicker“ in die WM-Elf der Vorrunde gewählt wurde. Noch vor drei Jahren spielte Brown in der viertklassigen Regionalliga Bayern. Spieler wie Brown wecken Zuversicht, dass nach dem Scheitern ein neues, erfolgreiches Team entstehen kann.