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Außenminister Wadephul zeigt auf etwas.
Außenminister Wadephul in einem zerstörten U-Bahn Depot mit dem Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow. © dpa

Wadephul bei Ukraine-Besuch in Frontnähe

Erst politische Gespräche in Kiew, dann geht es in Richtung Front. Bei seinem vierten Ukraine-Besuch wagt sich der deutsche Außenminister erstmals tief in den Osten des Landes.

24.08.2026

Charkiw (dpa) - Bundesaußenminister Johann Wadephul hat bei seiner Ukraine-Reise die Millionenstadt Charkiw nur etwa 30 Kilometer vor der Frontlinie mit Russland besucht. Dort sprach er an der Universität mit Studentinnen und Studenten, sah sich ein Kraftwerk an, das bereits sechs Mal mit russischen Raketen attackiert wurde und besichtigte ein bereits 2022 stark zerstörtes U-Bahn-Depot. Am „Tag der Staatsflagge“ nahm er zudem an einer Zeremonie an einem der höchsten Fahnenmaste Europas teil, an dem die blau-gelbe Fahne in 101 Metern Höhe weht.

Charkiw wird regelmäßig mit russischen Raketen und Drohnen angegriffen. Auch während Wadephuls Besuch gab es mehrfach Luftalarm. Die Bevölkerungszahl von etwa 1,4 Millionen Einwohner hat sich trotzdem seit der Invasion 2022 kaum verändert. Trotz der ständigen Gefahr ist die Industriestadt der erste Anlaufpunkt für viele Binnenflüchtlinge.

Wadephul würdigte bei seinem Besuch den „unheimlichen Widerstandswillen“ der Bewohner Charkiws. Es gebe einen „Geist, der russischen Gewalt zu widerstehen, das Leben aufrechtzuerhalten“. Diesen Geist sollte man mitnehmen nach Europa, sagte er.