Wadephul: Beratungen kontrovers, aber sachlich
Die G20-Außenminister beraten in Atlanta über die Kriege und Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine. Ein Ende der Eiszeit mit Russland ist nicht in Sicht.
Atlanta (dpa) - Gut sechs Wochen vor dem G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer zeichnet sich beim Treffen der G20-Außenminister in Atlanta kein Ende der Eiszeit zwischen europäischen Mitgliedsländern und Russland ab. Dies wurde unter anderem daran deutlich, dass das sonst übliche „Familienfoto“ aller Teilnehmer, also gemeinsam mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow, abgesagt wurde.
Laut Außenminister Johann Wadephul verlaufen die Beratungen in Atlanta mit einigen Teilnehmern kontrovers, es herrsche aber ein sachlicher Ton, der dem Ernst der Lage gerecht werde. „Alle merken, alle wissen, dass die Welt in einer außerordentlich kritischen Situation ist“ und dass es die Aufgabe der G20 sei, „alles zu versuchen, Konflikte und Krisen zu entschärfen“.
In der dritten und letzten Arbeitssitzung am heutigen Samstag will die Runde über das Thema „Versorgungsketten“ beraten. Wadephul hat Russland mehrfach vorgeworfen, wegen des Ukraine-Kriegs für eine drohende Hungerkatastrophe etwa im Nahen Osten oder in Ländern des sogenannten Globalen Südens verantwortlich zu sein.
Ein Durchbruch bei den Konfliktthemen ist in Atlanta nicht zu erwarten. Schon vor dem Treffen hatte es geheißen, es werde voraussichtlich kein gemeinsames Abschlussstatement geben.