Wadephul und Anand bekräftigen deutsch-kanadische Kooperation
Auch Kanadas Annäherung an die Europäische Union ist Thema beim Austausch der beiden Außenminister, ebenso die Kooperation bei KI und Verteidigung.
Ottawa (dpa) – Bundesaußenminister Johann Wadephul hat angesichts der Diskussion über eine mögliche assoziierte Mitgliedschaft Kanadas in der Europäischen Union dazu aufgerufen, sich nicht auf Worte zu fokussieren. „Aus meiner Sicht geht es dabei weniger um Begrifflichkeiten als darum, dass wir in den wichtigen Bereichen wirklich vertiefter zusammenarbeiten“, sagte er bei einem Treffen mit seiner kanadischen Kollegin Anita Anand in Ottawa.
Dazu gehöre auch das Freihandelsabkommen CETA, die Zusammenarbeit zwischen Kanada und der EU im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sowie die Unterstützung der Ukraine. Anand betonte, es gebe insbesondere vor dem Ende Oktober anstehenden EU-Kanada-Gipfel in der ostkanadischen Metropole Montreal einen Fokus auf „eine Vertiefung der Beziehungen“ in unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise Künstliche Intelligenz oder Verteidigung.
Wadephul und Anand unterzeichneten ein Geheimschutzabkommen, das die Grundlage dafür schaffen soll, den Austausch von geheimen Dokumenten zu vereinfachen. Das bringe vor allem für die verstärkte Rüstungs- und Verteidigungskooperation entscheidende Vorteile, hieß es. Das Abkommen ist demnach auch eine wichtige Grundlage dafür, die Zusammenarbeit im U-Boot-Bereich praktisch umzusetzen.
Der deutsche Marineschiffbauer TKMS soll Kanada bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD liefern. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Baugleichheit soll Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen, der sich Kanada anschließt.