Friedensnobelpreis an Navanethem Pillay
Die Juristin aus Südafrika kämpft seit Jahrzehnten für das Völkerrecht, das zunehmend unter Druck steht.
Oslo (dpa, d.de) - Für ihren Einsatz „zur Förderung von Frieden und Völkerrecht“ ist die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Mit dem Preis wollte die Jury „die Welt daran erinnern, dass die Stärkung des Völkerrechts ein Grundpfeiler für eine friedlichere Welt ist“. „Navi Pillay steht für die Idee, dass Frieden auf Recht gründet“, so Bundesaußenminister Johann Wadephul. Sie habe „mit wegweisenden Urteilen die Rechtsprechung zu Völkermord geprägt, insbesondere zur sexualisierten Gewalt als Mittel des Völkermords“.
Die 85-jährige Tochter eines Busfahrers im südafrikanischen Durban kämpfte bereits als junge Anwältin gegen die Apartheid in Südafrika und machte später als internationale Spitzenjuristin Karriere. Sie war Richterin am UN-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag sowie UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Zuletzt leitete sie eine UN-Untersuchungskommission, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf.
Nur wenige Stunden nach der Preisverleihung wurde bekannt, dass die USA ihre Sanktionen gegen den IStGH weiter verschärfen. Dagegen sichert Deutschland dem Strafgerichtshof weiter seine „anhaltende und uneingeschränkte Unterstützung“ zu. So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister der Länder Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und der Niederlanden vom 9. Oktober.