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Blick ins Innere der Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald.
Blick ins Innere der Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald. © MPI für Plasmaphysik / Jan Hosan
Hightech Agenda

Deutschland fördert Kernfusion mit 500 Millionen Euro

Das Bundesforschungsministerium will den Bau eines Fusionskraftwerks vorantreiben und fördert dafür vor allem Startups und Technologieunternehmen. 

08.10.2026

Berlin (d.de) – Deutschland treibt die Entwicklung von Fusionskraftwerken voran. Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland hat die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums ein neues Förderprogramm gestartet. Vor allem Startups und junge Technologieunternehmen sollen dabei unterstützt werden, die Kernfusion für die Energiegewinnung nutzbar zu machen. Bis 2029 stellt der Bund dafür 500 Millionen Euro bereit. 

„Die Fusion hat in den vergangenen Jahren erhebliche wissenschaftliche Durchbrüche erzielt und steht an der Schwelle von der reinen Grundlagenforschung zur industriellen und kommerziellen Anwendung“, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. 

Wie funktioniert Kernfusion? 

Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne miteinander und setzen dabei große Mengen Energie frei. Nach diesem Prinzip erzeugt auch die Sonne ihre Energie. Forschende wollen diesen Prozess auf der Erde nutzen, um künftig große Mengen Strom klimafreundlich zu erzeugen. Bislang gibt es allerdings noch kein kommerziell nutzbares Fusionskraftwerk. 

Deutschland zählt zu den wichtigen Standorten der internationalen Fusionsforschung. Am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching bei München und Greifswald werden zwei unterschiedliche Fusionsverfahren erforscht. Auch in Karlsruhe und Jülich arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Technologie. In Biblis in Hessen soll auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks ein Laserfusionskraftwerk entstehen. 

 Das neue Förderprogramm soll den Weg von der Forschung zur praktischen Anwendung beschleunigen. Unternehmen erhalten finanzielle Unterstützung, wenn sie festgelegte technische und wirtschaftliche Ziele erreichen. Wer diese Meilensteine verfehlt, scheidet aus dem Programm aus. Ziel ist zunächst ein konkreter Bauplan für ein Fusionsdemonstrationskraftwerk. Langfristig soll die öffentliche Förderung auf bis zu 2,5 Milliarden Euro steigen.