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Kieler Institut: US-Zölle treffen eigene Wirtschaft

Aktuelle Informationen über die deutsche Außenpolitik und die internationalen Beziehungen Deutschlands.

20.02.2026
Containerschiff vor dem New Yorker Hafen
Containerschiff vor dem New Yorker Hafen © shutterstock | Mariusz Bugno

20.02.2026: Kieler Institut: US-Zölle treffen vor allem eigene Wirtschaft

Kiel (dpa) – Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle belasten laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) überwiegend die eigene Wirtschaft. Demnach tragen rund 96 Prozent der Kosten US-Importeure und Verbraucher selbst, während ausländische Handelspartner kaum betroffen sind. IfW-Forschungsdirektor Julian Hinz sprach von einem „Eigentor“ der US-Handelspolitik und widersprach der Darstellung, wonach die Zölle vor allem andere Länder träfen.

Das US-Handelsdefizit ist trotz der Maßnahmen kaum gesunken. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, lag die Differenz zwischen Importen und Exporten 2025 bei 901,5 Milliarden Dollar und damit nur geringfügig unter dem Vorjahreswert. Ökonomen sehen darin ein Zeichen, dass die Strafzölle ihr zentrales Ziel, das Handelsdefizit deutlich zu verringern, bislang verfehlt haben.

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19.02.2026: Nato startet amphibische Landeoperation an Ostseeküste

Putlos (dpa) – Die Nato hat an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste eine amphibische Landeoperation begonnen. Dabei handelt es sich um einen militärischen Einsatz, bei dem Truppen vom Meer aus an Land gebracht werden, um dort zu kämpfen oder ein Gebiet zu sichern. Bei der Großübung „Steadfast Dart 26“ bringen Bündnispartner seit dem Morgen Soldaten, Fahrzeuge und Material über den Truppenübungsplatz Putlos an Land.

Deutschland ist Gastgeber der Übung und stellt mit dem Truppenübungsplatz Putlos den Küstenabschnitt für die Anlandung bereit. Unter den Beobachtern der Übung ist auch Verteidigungsminister Boris Pistorius.

An der Anlandung sind nach Nato-Angaben 15 Schiffe und rund 2.600 Soldaten beteiligt. Insgesamt umfasst das Manöver etwa 10.000 Soldaten, mehr als 1.500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen. Die Übung soll die schnelle Verlegung von Truppen aus Südeuropa an die Ostflanke des Bündnisses demonstrieren. Die USA sind nicht direkt beteiligt.

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18.02.2026: Wildberger: KI-Partnerschaft mit Indien

Neu-Delhi (d.de) – Digitalminister Karsten Wildberger wirbt beim internationalen KI-Gipfel in Neu-Delhi für eine engere Partnerschaft mit Indien im Bereich künstlicher Intelligenz. Der Minister ist seit Dienstag vor Ort und setzt sich für einen „alternativen Weg“ zur Dominanz der USA und Chinas bei Schlüsseltechnologien ein, wie das Portal „Table.Briefings“ berichtet. Bei dem Treffen beraten führende Vertreter aus Politik und Tech-Branche über Anwendungen, Regulierung sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen künstlicher Intelligenz.

Zu den Teilnehmern zählen unter anderem OpenAI-Chef Sam Altman und Alphabet-Chef Sundar Pichai sowie mehrere Staats- und Regierungschefs, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Wildberger wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, zu der unter anderem SAP, Mercedes-Benz, DeepL und der Bundesverband KI gehören. In bilateralen Gesprächen soll eine vertiefte Zusammenarbeit bei digitalen Technologien ausgelotet werden.

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17.02.2026: Steinmeier sichert Libanon weitere Hilfe zu

Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Libanon weitere deutsche Unterstützung zur Stabilisierung des Landes zugesichert. Deutschland stehe weiterhin an der Seite des Libanon, sagte Steinmeier bei einer Pressekonferenz mit Präsident Joseph Aoun in Beirut.

Zugleich rief er den Libanon und Israel auf, ihre Verpflichtungen aus dem Waffenstillstandsabkommen von 2024 zu erfüllen. Der Libanon müsse die Entwaffnung der Hisbollah vorantreiben, um die Voraussetzungen für einen israelischen Rückzug zu schaffen. 

Kurz vor Steinmeiers Ankunft hatte Israel Ziele im Süden des Libanon angegriffen. Seit dem Waffenstillstand Ende 2024 werfen sich beide Seiten Verstöße vor. Die Vereinbarung sieht unter anderem eine schrittweise Entwaffnung der Hisbollah vor, die die Miliz bislang ablehnt.

Am Abend besuchte Steinmeier im Hafen von Beirut die deutsche Fregatte „Sachsen-Anhalt“. Das Schiff beteiligt sich an der UN-Mission UNIFIL und unterstützt die Sicherung der Seegrenzen sowie die Verhinderung von Waffenschmuggel.

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16.02.2026: Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Libanon

Beirut (d.de) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist mit seiner Frau Elke Büdenbender in Libanon eingetroffen. Präsident Joseph Aoun empfängt Steinmeier heute im Präsidentenpalast in Beirut.

Im weiteren Verlauf des Tages trifft Steinmeier Parlamentspräsident Nabih Berri und Ministerpräsident Nawaf Salam. Am Abend besucht er die deutsche Fregatte Sachsen-Anhalt und spricht mit Soldatinnen und Soldaten.

Am Dienstag setzt Steinmeier seinen Besuch in Beirut fort. Geplant sind unter anderem Besuche eines Mahnmals zur Explosion im Hafen von Beirut und einer Marineschule. Anschließend reisen er und seine Frau nach Jordanien weiter.

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14.02.2026: Russland erklärt DAAD zur „unerwünschten Organisation“ 

(d.de) – Russland hat den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zur „unerwünschten Organisation“ erklärt und ihm damit die Arbeit im Land verboten. Das russische Justizministerium habe die Einstufung am 10. Februar vorgenommen, teilte der DAAD am Freitag mit. In der Folge müssen das DAAD-Büro in Moskau sowie das vom DAAD verantwortete Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus Moskau schließen. Bundesaußenminister Johann Wadephul verurteilte das Vorgehen „auf das Schärfste“ und forderte Russland auf, die Entscheidung umgehend zurückzunehmen. Er sprach von einem Schlag gegen die Wissenschaftsfreiheit und warnte, Kontakte mit dem Ausland würden zunehmend kriminalisiert. 

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13.02.2026: Deutschland beschafft mit Nato-Partnern Kampfdrohnen

Brüssel (dpa) - Deutschland will gemeinsam mit europäischen Nato-Partnern große Mengen an günstigen Kampfdrohnen beschaffen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Rande eines Nato-Verteidigungsministertreffens in Brüssel unterzeichnet. Die Drohnen sollen nach Angaben aus Bündniskreisen eine Reichweite von mindestens 500 Kilometern haben.

Sie sollen im Verteidigungsfall unter anderem dafür eingesetzt werden, gegnerische Abwehrsysteme zu überfordern. Mit teureren Präzisionswaffen könnten dann zuverlässiger relevante militärische Ziele ausgeschaltet werden. 

Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte in Brüssel, es gehe darum, die konventionellen europäischen Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten innerhalb der Nato zu stärken. Dies sei angesichts der aktuellen Herausforderungen wichtig.

Neben Deutschland wollen sich Länder wie Frankreich, Großbritannien, Polen und Schweden an der Beschaffung beteiligen.

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12.02.2026: Wadephul: Zentralasien soll Umgehung von Russland-Sanktionen stoppen 

Berlin (dpa) - Deutschlands Außenminister Johann Wadephul fordert die Regierungen der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken auf, stärker gegen die Umgehung von Sanktionen gegen Russland vorzugehen. „Versuche, diese Sanktionen zu umgehen, stützen den russischen Angriffskrieg und bedrohen damit direkt die Sicherheitsinteressen der Europäischen Union“, kritisierte Wadephul bei einem Treffen mit Kollegen aus Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgistan, Usbekistan und Kasachstan. 

Er habe die zentralasiatischen Außenminister deshalb „darum gebeten, ihre Bemühungen beim Kampf gegen die Sanktionsumgehungen zu intensivieren und sich eng mit der Europäischen Union abzustimmen“, sagte Wadephul. Deutschland und die EU wollten die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Zentralasien zum beiderseitigen Vorteil weiter ausbauen. Das gelte insbesondere im Bereich kritischer Rohstoffe und seltener Erden.  

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die Politiker aus den zentralasiatischen Staaten zuvor empfangen. 

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11.02.2026: Klöckner in Israel: „Komme als Freundin“ 

Jerusalem (dpa) - Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat kurz vor ihrem Antrittsbesuch in Israel die Einzigartigkeit der beiderseitigen Beziehungen betont. „Unsere beiden Länder verbindet etwas, das wir mit keinem anderen Land auf dieser Welt haben“, sagte Klöckner. „Ich komme als Freundin Israels“, so Klöckner weiter, dies erlaube auch, kritische Punkte anzusprechen. 

Klöckner betonte: „Israel hat ein Existenzrecht, hat ein Verteidigungsrecht.“ Das Land sei für Deutschland im Nahen Osten „ein ganz wichtiger Ankerpunkt als Rechtsstaat, als Demokratie“.  

Klöckner traf sich am Abend mit dem israelischen Parlamentspräsidenten Amir Ohana. Heute besuchten beide die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, die an die Ermordung von rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten erinnert.  

Klöckner will auch an einer Sitzung des israelischen Parlaments teilnehmen. Vorgesehen ist zudem ein Gespräch mit Oppositionsführer Jair Lapid.  

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10.02.2026: Bundestagspräsidentin Klöckner reist nach Israel

Berlin (dpa) – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner reist heute zu einem dreitägigen Antrittsbesuch nach Israel. Sie folgt einer Einladung ihres israelischen Amtskollegen Amir Ohana. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen nach Angaben des Bundestags die bilateralen Beziehungen, die Lage in der Region, die geopolitische Situation sowie Fragen der Cybersicherheit zum Schutz der Parlamente. „Die massive Zunahme von Antisemitismus in Deutschland ist beschämend und nicht hinnehmbar”, sagte sie vor ihrer Abreise. Vorgesehen sind unter anderem Treffen mit der deutsch-israelischen Freundschaftsgruppe der Knesset. Klöckner will außerdem in Yad Vashem der von den Nationalsozialisten ermordeten etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden gedenken.

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09.02.2026: „Polarstern“ startet neue Antarktis-Expedition 

Bremerhaven/Punta Arenas (Chile) (dpa) – Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) startete am Wochenende im chilenischen Punta Arenas zu einer Expedition in die Antarktis. Bis Anfang April untersucht ein internationales Forschungsteam den nordwestlichen Teil des Weddellmeeres, wie eine Sprecherin des Instituts mitteilte. In den vergangenen Jahren ging demnach die sommerliche Meereisausdehnung dort stark zurück, vermutlich durch wärmeres Oberflächenwasser. 

Die Expedition trägt den Titel „Summer Weddell Sea Outflow Study“. „Das Ziel von SWOS ist es zu untersuchen, warum das Meereis in der Antarktis in den letzten Jahren so stark zurückgegangen ist und wie sich das auf das Ökosystem auswirkt“, sagte Christian Haas vom AWI. Zum Einsatz kämen moderne und klassische Messsysteme, darunter Hubschrauber zur Vermessung der Meereisdicke, verschiedene Schleppnetze und Bodenbeprobungs- und -beobachtungsgeräte.

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06.02.2026: Merz: „Wir stellen die Golfstaaten nicht unter Generalverdacht“ 

Riad (dpa) – Bundeskanzler Friedrich Merz will die Beziehungen zu Saudi-Arabien auf „ein neues Niveau“ heben. Sein zweieinhalbstündiges Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Riad zum Auftakt seiner Reise durch die Golfregion wurde anschließend aus der deutschen Delegation als „herzlich und offen“ beschrieben. Dabei sei es vor allem um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen gegangen. Saudi-Arabien war die erste Station einer dreitägigen Reise des Kanzlers. Am Mittwoch reiste er nach Katar weiter. Auch dort betonte Merz die strategische Bedeutung der Beziehungen beider Länder. „In einer Zeit globaler wirtschaftlicher Umbrüche, geopolitischer Unsicherheiten und technologischer Transformation konzentrieren sich Deutschland und Katar bewusst auf Dialog, Diversifizierung und Investitionen in die Zukunft.“

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05.02.2026: Deutschland und Australien stärken strategische Rohstoff-Allianz 

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul und Australiens Außenministerin Penny Wong haben bei ihrem Treffen in Canberra die engen bilateralen Beziehungen betont. Im Vorfeld des 75-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen im Jahr 2027 vereinbarten beide, die Zusammenarbeit zwischen Europa und dem Indopazifik weiter auszubauen und sich gemeinsam für Sicherheit, Freiheit und Wohlstand einzusetzen.  

Die strategische Partnerschaft soll vor allem in den Bereichen Verteidigung, Cybersicherheit und erneuerbare Energien intensiviert werden. Auch die Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen wie Lithium soll gestärkt werden. „Viele kritische Rohstoffe wie Lithium werden hier gewonnen, und wir haben großes Interesse, unsere Zusammenarbeit im Rohstoffbereich, gerade bei strategisch wichtigen Mineralien, weiter auszubauen“, so Wadephul. Australien beherbergt die größte Hartgestein-Lithiummine der Welt – ein Schlüssel für Deutschlands Energiewende und Industrie. 

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04.02.2026: Kanzler Merz besucht Golfregion 

Berlin (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz bricht heute zu seiner ersten Reise in die wirtschaftsstarke und strategisch wichtige Golfregion auf. Erste Station ist Saudi-Arabien, anschließend geht es weiter nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit allen drei Ländern will Merz die Partnerschaften in einer sich neu ordnenden Welt intensivieren. Vor allem im Energiebereich soll die Kooperation mit den öl- und gasreichen Ländern gestärkt werden. Auch der Iran-Konflikt wird sicherlich Thema der Gespräche sein. Vor Merz war bereits Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nach Saudi-Arabien gereist

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03.02.2026: Wadephul nimmt Beziehungen zur Südsee-Insel Niue auf 

Auckland/Kerikeri (dpa) - 1.700 Einwohner, rund 260 Quadratkilometer: Die kleine Südseeinsel Niue liegt rund 4.500 Kilometer östlich der australischen Küste, zwischen Fidschi und den Cookinseln. Und rund 2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland. Am Dienstag hat Deutschland nun auch formal bilaterale Beziehungen mit dem Eiland im Pazifik aufgenommen. 

Außenminister Johann Wadephul unterzeichnete bei seinem Besuch im neuseeländischen Auckland gemeinsam mit dem Regierungschef von Niue, Dalton Tagelagi, eine entsprechende Erklärung. Auch für den deutschen Minister hat solch eine Zeremonie Seltenheitswert. 

„Das ist ein besonderes Erlebnis, dass ich heute diese Zeremonie begehen darf“, sagte Wadephul. Die Anerkennung Niues „zeigt die Wertschätzung, die Deutschland diesem Land gegenüber bringt, die Bedeutung, die wir dem Selbstbestimmungsrecht der Völker beimessen und die Bedeutung, die wir den pazifischen Inseln beimessen“, sagte Wadephul. 

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02.02.2026: Deutschland und Singapur wollen Partnerschaft vertiefen 

Singapur (dpa) - Angesichts der Machtpolitik von US-Präsident Donald Trump wollen Deutschland und Singapur ihren gemeinsamen Einsatz für eine auf Regeln basierende internationale Zusammenarbeit verstärken. „Wir erleben aktuell geopolitische Verschiebungen und Unsicherheiten. Internationale Kooperationen und multilaterale Institutionen werden infrage gestellt“, sagte Außenminister Johann Wadephul in Singapur bei einem Treffen mit seinem Kollegen Vivian Balakrishnan. Dieser brachte ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Asean-Gruppe ins Gespräch.  

Deutschland und Singapur wüssten nur zu gut: „Wir verdanken unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unseren Wohlstand einer stabilen internationalen Ordnung mit verlässlichen Regeln“, sagte Wadephul. Das gelte für das Miteinander der Staaten ebenso wie für freien und fairen Handel.  

Seit 2019 bestehe das erste Freihandelsabkommen der EU mit einem asiatischen Staat, mit Singapur. Das habe Strahlkraft für weitere Abkommen, die die EU auch in der Indopazifik-Region schließen wolle. Wadephul kam auch mit dem Ministerpräsidenten von Singapur, Lawrence Wong, zusammen.  

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30.01.2026: Wadephul nennt Irans Revolutionsgarden „Häscher des Regimes“ 

Brüssel (dpa) – Die EU stuft Irans Revolutionsgarden wegen ihres Vorgehens gegen regierungskritische Proteste als Terrororganisation ein. Die Einigung auf den jahrelang umstrittenen Schritt erfolgte nach Angaben von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen. 

Bundesaußenminister Johann Wadephul sprach von einem längst überfälligen politischen Signal und bezeichnete die Revolutionsgarden als „Häscher des iranischen Regimes“. 

„Sie sind es, die mit unermesslicher Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorgehen, die ihre eigenen Menschen regelrecht hingerichtet haben, weil sie es wagten, ihre Stimme auf der Straße zu erheben“, sagte Wadephul. Zudem verantworteten sie die destabilisierende Rolle Irans in der Region und steckten hinter Anschlagsversuchen in Deutschland und Europa. 

Die Elitestreitkräfte spielten eine Schlüsselrolle bei der brutalen Niederschlagung von Protesten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRANA wurden bislang mehr als 6.200 Tote bestätigt, EU-Außenminister sprachen zuletzt von möglicherweise bis zu 30.000 Opfern. 

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29.01.2026: Deutsche Autohersteller verteidigen Spitzenplatz in Europa 

Brüssel/München (dpa) - Vor 140 Jahren, am 29. Januar 1886, legte Carl Benz in Mannheim mit der Patentschrift DRP 37435 den Grundstein für das moderne Automobil. Heute, an diesem Jubiläumstag, zeigt sich, wie stark die Branche in Europa weiterhin ist: Die deutschen Autohersteller haben ihre Marktanteile im vergangenen Jahr mehr als verteidigt. Zusammen kamen die Konzerne VW, BMW und Mercedes auf einen Marktanteil von 39,9 Prozent, wie aus Zahlen des europäischen Herstellerverbands Acea hervorgeht. Das waren 1,2 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Vor allem VW baute seinen Marktanteil deutlich aus. Auch BMW legte zu, während Mercedes stabil blieb. 

Insgesamt legte der Autoabsatz in der EU 2025 um 1,8 Prozent auf 10,8 Millionen Fahrzeuge zu. Das ist der höchste Wert in diesem Jahrzehnt – allerdings liegt er noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 13 Millionen Autos im Jahr 2019, wie eine Analyse des Beratungsunternehmens EY zeigt. Damals lag der Marktanteil der deutschen Konzerne mit 37,1 Prozent sogar 2,8 Prozentpunkte niedriger als 2025. 

Der Anteil vollelektrischer Autos stieg von 13,6 auf 17,4 Prozent. Deutlich rückläufig ist dagegen der Anteil reiner Benziner, der von 33,3 auf 26,6 Prozent absackte. Den höchsten Anteil am Markt haben damit nun Hybride, die – Plug-in-Hybride nicht mitgezählt – auf 34,5 Prozent kamen – 3,6 Punkte mehr als vor einem Jahr. 

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28.01.2026: Pistorius: Nato-Mission auf Grönland auf gutem Weg 

Berlin (dpa) – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zeigt sich zuversichtlich, dass es zu einer gemeinsamen Nato-Mission auf Grönland kommen wird, möglicherweise auch unter Beteiligung der USA. Die Gespräche liefen auf militärischer Ebene gut, sagte Pistorius bei einer Veranstaltung der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin. Noch sei die Mission nicht beschlossen, da die Verhandlungen andauerten. 

In der Nato sei man aber auf einem guten Weg, den vorgeschlagenen Überwachungseinsatz „Arctic Sentry“ zu einer gemeinsamen Operation zu machen. Der Einsatz soll die Präsenz des Bündnisses in der Arktis stärken, die als strategisch wichtige Verbindung zwischen Europa und Nordamerika gilt. Pistorius begrüßte, dass die USA zuletzt von Drohungen gegenüber Grönland abgerückt seien und man sich darauf verständigt habe, die Insel gemeinsam zu schützen.

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27.01.2026: EU und Indien einigen sich auf Handelsdeal 

 Neu-Delhi (dpa) - Die EU und Indien haben die Verhandlungen über den Aufbau einer riesigen neuen Freihandelszone abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi mit. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuletzt Mitte Januar bei seinem Indien-Besuch stark für das Freihandelsabkommen geworben. 

Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und Indien angekurbelt werden. Ziel ist es, Wachstum und Arbeitsplätze zu fördern und zugleich unerwünschte Abhängigkeiten von anderen Staaten zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der aggressiven Zoll- und Handelspolitik der USA und dem zunehmenden Machtstreben Chinas gilt das Abkommen zudem auch als geopolitisch bedeutsamer Schritt.  

Angaben der EU zufolge könnte von dem Abkommen insbesondere die deutsche Autoindustrie profitieren, da Indien den Import von Fahrzeugen aus der EU bislang mit Zöllen von bis zu 110 Prozent belastet. Diese sollen nun zumindest für 250.000 Fahrzeuge pro Jahr schrittweise auf 10 Prozent gesenkt werden, während sie für Autoteile nach fünf bis zehn Jahren vollständig abgeschafft werden. Auch Zölle von bis zu 44 Prozent auf Maschinen, 22 Prozent auf Chemikalien und 11 Prozent auf Pharmazeutika würden weitgehend beseitigt, heißt es. 

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26.01.2026: Wadephul ruft Europäer zu Geschlossenheit auf 

Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Johann Wadephul ruft die Europäer angesichts der Irritationen um US-Präsident Donald Trump und anhaltender hybrider Attacken Russlands im Ostseeraum zur Einigkeit auf. „In dieser Phase geopolitischer Umbrüche müssen wir Europäer selbstbewusst und geschlossen auftreten und handeln“, forderte Wadephul vor seinem Besuch bei den EU- und Nato-Partnern Lettland und Schweden. Entscheidend sei, „dass wir uns nicht spalten lassen – denn genau darauf zielen jene, die ein Interesse am Zerfall unseres Verteidigungsbündnisses und der Europäischen Union haben“. 

Trump hatte im Grönland-Konflikt erst vergangene Woche für etwas Entspannung gesorgt, als er erklärte, nun doch keine gewaltsame Lösung anzustreben. Am Wochenende brüskierte er aber erneut Nato-Partner – diesmal mit abfälligen Kommentaren über deren Einsatz in Afghanistan. 

In der lettischen Hauptstadt hält Wadephul eine Rede als Ehrengast der lettischen Botschafterkonferenz. Außerdem ist ein Gespräch mit seiner Kollegin Baiba Braze vorgesehen. Am Nachmittag will sich Wadephul in der schwedischen Hauptstadt Stockholm mit seiner Amtskollegin Maria Stenergard treffen. Schweden war erst im März 2024 nach rund 200 Jahren der militärischen Blockfreiheit der Nato beigetreten. 

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23.01.2026: Klingbeil drängt auf Atomschutz-Gespräche 

Berlin (dpa) – Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil spricht sich für einen strategischen Dialog mit Frankreich über den nuklearen Schutz Europas aus. Es gebe das Angebot Frankreichs, seinen Nuklearschirm stärker für die europäische Sicherheit nutzbar zu machen, sagte Klingbeil. „Auf diese Diskussion sollten wir uns einlassen“, forderte er. 

Die nukleare Abschreckung der Nato und die deutsche Teilhabe an US-Atomwaffen stellt Klingbeil nach eigenen Worten nicht infrage. Der transatlantische Pfeiler der Sicherheit müsse erhalten bleiben. 

Deutschland bleibe an den Atomwaffensperrvertrag gebunden und werde keine eigenen Nuklearwaffen besitzen, sagte Klingbeil. Dennoch sei es richtig, das französische Gesprächsangebot anzunehmen. Ein strategischer Dialog zwischen Deutschland und Frankreich sei in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage angemessen. 

Deutschland ist keine Atommacht, beteiligt sich aber im Rahmen der nuklearen Teilhabe der Nato an der Abschreckung und stellt dafür Kampfflugzeuge bereit. US-Atomwaffen lagern in Deutschland und könnten im Verteidigungsfall eingesetzt werden. 

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22.01.2026: Merz in Davos: Nicht nur Macht zählt 

Davos (dpa) – Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf internationaler Bühne davor gewarnt, in der geopolitischen Zusammenarbeit allein auf die Stärke und Macht einzelner zu setzen. „Eine Welt, in der nur Macht zählt, ist ein gefährlicher Ort“, sagte er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Das gelte „erst für kleine Staaten, dann für die mittleren Mächte, und letztlich für die großen“. Die größte Stärke entstehe aus der Fähigkeit, Partnerschaften und Allianzen zu bilden, die auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt aufbauten. 

Angesichts des Grönland-Konflikts mit US-Präsident Trump hatte es zuletzt Sorgen um die Zukunft der Nato gegeben. Trump hatte wiederholt Ansprüche auf die zum Nato-Partner Dänemark gehörende Insel geäußert. 

Merz hob demgegenüber hervor: „Wir Europäer, wir Deutsche wissen, wie kostbar das Vertrauen ist, auf dem die Nato fußt. Im Zeitalter der Großmächte werden auch die USA auf dieses Vertrauen angewiesen sein. Es ist ihr und unser entscheidender Wettbewerbsvorteil. Autokratien mögen Untertanen haben. Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde.“ 

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21.01.2026: Wadephul: Partnerschaften in Afrika ausbauen 

Berlin (dpa) - Außenminister Johann Wadephul will Partnerschaften zu Schlüsselländern in Afrika ausbauen. „In Zeiten von Handelsbeschränkungen und Abschottungstendenzen sind wir als Exportnation darauf angewiesen, uns noch breiter aufzustellen und unsere weltweiten Netze noch enger zu knüpfen“, sagte Wadephul vor dem Abflug zu einem zweitägigen Afrika-Besuch in Kenia und Äthiopien.  

Deutschland habe den Ländern Afrikas ein hervorragendes Angebot zu machen. „Unser Land steht für internationale Kooperation, für wirtschaftliche Offenheit und politische Verlässlichkeit.“  

Afrika entwickele sich in einer multipolaren Welt immer weiter zu einem Gravitationszentrum, sagte Wadephul. Deswegen wolle die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union (AU) stärken. Heute trifft Wadephul in der kenianischen Hauptstadt Nairobi unter anderem Präsident William Ruto sowie Premierminister und Außenminister Musalia Mudavadi zu Gesprächen.  

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20.01.2026: Junge Unternehmen gemeinsam stärken 

Berlin (dpa) – Deutschland und Frankreich wollen junge, schnell wachsende Unternehmen in Europa halten und eine Abwanderung in die USA verhindern. Es gehe darum, bessere Bedingungen für junge Unternehmen zu schaffen, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bei einer Veranstaltung in Berlin, an der auch der französische Finanzminister Roland Lescure teilnahm. Junge Firmen müssten ausreichend an Kapital kommen und in der EU wachsen können. In einem Expertenbericht werden dazu konkrete Maßnahmen wie eine einheitliche EU-weite Unternehmensrechtsform vorgeschlagen. 

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19.01.2026: Wadephul zu Grönland: „Zölle falsche Antwort“ 

Berlin/Brüssel/Washington (dpa) – Deutschland und die übrigen betroffenen europäischen Staaten wollen von US-Präsident Donald Trump angekündigte Strafzölle im Grönland-Konflikt nicht hinnehmen. „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands mit Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Man sei entschlossen, die eigene Souveränität zu wahren. 

Bundesaußenminister Johann Wadephul erwartet, dass das für die USA sehr günstige Zollabkommen mit der EU nun vorerst nicht vom Europaparlament ratifiziert wird. Auch Gegenzölle schloss Wadephul in der ARD nicht aus: Wenn die USA weitere Maßnahmen ergriffen, „dann wird es eine europäische Antwort geben müssen“. Es werde intensive Gespräche mit Washington geben. Insgesamt wären Zölle „die falsche Antwort zwischen Verbündeten“ und „Gift für das transatlantische Verhältnis“. 

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16.01.2026: Nato beginnt Großmanöver in Deutschland 

Emden (dpa, d.de) – Für das Großmanöver „Steadfast Dart 26“ hat die Nato begonnen, Tausende Soldatinnen und Soldaten sowie Material und Militärfahrzeuge aus ganz Europa nach Deutschland zu verlegen. Die Bundesrepublik ist in den kommenden Wochen Gastgebernation des Großmanövers und zugleich Drehscheibe für den Umschlag. Neben Schiffstransporten sollen weitere Teile der „Allied Reaction Force“, einer schnellen Eingreiftruppe der Nato, mit Konvois über Land und Lufttransporten nach Deutschland kommen. 

„Steadfast Dart 26“ ist die größte Nato-Übung in diesem Jahr. Das Bündnis trainiert, Soldatinnen und Soldaten sowie Material und Fahrzeuge möglichst schnell und koordiniert innerhalb des Nato-Gebiets zu verlegen. So soll die Verteidigungsfähigkeit gegen Angriffe auf das Bündnisgebiet demonstriert werden. An der Übung nehmen rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus elf Nato-Mitgliedsländern teil: Italien, Griechenland, Deutschland, Tschechien, Spanien, Litauen, Bulgarien, Türkei, Frankreich, Belgien und Großbritannien. Beteiligt sind Streitkräfte von Heer, Luftwaffe und Marine sowie Space- und Cyber-Einheiten.  

Das Großmanöver erstreckt über mehrere Standorte in Mitteleuropa, die wichtigsten Bestandteile sollen in Deutschland stattfinden. Als „Host Nation“ sorgt die Bundesrepublik für Verpflegung, Unterkünfte, Treibstoff, medizinische Versorgung, technische Unterstützung, Rechtsberatung und Bewachung der alliierten Truppen. 

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