Kanada kauft deutsche U-Boote
Kanada setzt bei der Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auf eine milliardenschwere Kooperation mit Deutschland und Norwegen.
Halifax/Ankara/Berlin (dpa) – Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die kanadische Entscheidung zur Beschaffung deutsch-norwegischer U-Boote als Meilenstein für die Stärkung der transatlantischen Sicherheit begrüßt. „Gemeinsam werden wir die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen“, so Pistorius vor Beginn des Nato-Gipfels.
Zuvor hatte der kanadische Premierminister Mark Carney verkündet, dass sich Kanada für die Beschaffung deutsch-norwegischer U-Boote des Typs 212CD entschieden habe, die Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt haben. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS soll bis zu zwölf U-Boote liefern. Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Entscheidung: „Dies ist ein großes, strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet.“ Die kanadische Regierung setze damit vor dem Nato-Treffen ein starkes Zeichen der transatlantischen Zusammenarbeit.
Die Produktion werde komplett in Deutschland stattfinden, kündigte TKMS-Chef Oliver Burkhard an. Die High-Tech-Boote will die Werft sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der zweiten Werft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bauen. Dort will das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitsplätze schaffen.