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Felix Kummer, singend
Felix Kummer, Sänger der deutschen Band Kraftklub, 2024 beim Open-Air-Festival „Rock im Park“ in Nürnberg © picture alliance/dpa | Daniel Karmann

„Ihr seid nicht allein“

Felix Kummer verbindet Rockmusik mit politischer Haltung. Der Kraftklub-Sänger kämpft gegen Rechtsextremismus und für eine starke Zivilgesellschaft.

05.08.2026Wolf ZinnWolf Zinn

Felix Kummer weiß, wie sich die Bedrohung von Rechtsaußen anfühlt. Der Sänger der erfolgreichen Chemnitzer Band Kraftklub hat selbst erlebt, dass Menschen allein durch ihre Kleidung oder Frisur ins Visier von Neonazis gerieten. Diese Erfahrungen prägen seine Texte und sein demokratisches Engagement.

Auf seinem Soloalbum „Kiox“ verarbeitet Kummer im Song „9010“ rechtsextreme Gewalt aus seiner Jugend. Damals mussten er und seine Freunde oft vor gewalttätigen Neonazis fliehen. Jahre später trifft er einen der damaligen Angreifer als gescheiterte Existenz wieder. „Der Song handelt davon, dass ich mich drüber ärgere, dass ich nicht mal triumphieren kann, wenn ich ihn abgewrackt vor der Kaufhalle sehe“, erklärt Kummer. Statt Schadenfreude empfindet er Mitleid, doch die Verantwortung des Mannes für seine Taten bleibe davon unberührt.

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Ein Zeichen aus Chemnitz

Bundesweit sichtbar wurde Kummers Engagement zum Beispiel im September 2018: Nach rechtsextremen Ausschreitungen im ostdeutschen Chemnitz organisierte Kraftklub gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern das Konzert #WirSindMehr. Rund 65.000 Menschen kamen und protestierten gegen Fremdenfeindlichkeit und die Rechtsaußen-Partei AfD.

Für ihn bedeutete das Konzert vor allem Solidarität. Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, sollten spüren: „Ihr seid nicht allein.“ Gerade jetzt müsse man zeigen, „dass man sich nicht verpisst“.

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Räume für Vielfalt

Kummer sucht gezielt Orte auf, an denen demokratisches Engagement Rückhalt braucht. Im August 2025 spielte Kraftklub beim Christopher Street Day im sächsischen Bautzen, der von einer rechtsextremen Gegendemonstration begleitet wurde. Im selben Monat trat die Band beim Festival „Jamel rockt den Förster“ auf, das in dem Dorf Jamel in Mecklenburg-Vorpommern seit 2007 ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzt.

Auf Kraftklub-Konzerten macht Kummer klar: „Wir haben keinen Bock auf Rassismus, Homophobie, Transphobie.“ Er wirbt für die Unterstützung von Jugendzentren, Kulturvereinen und antifaschistischen Initiativen. Gerade in kleineren Städten würden sie Schutzräume für Vielfalt und Begegnung schaffen.