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Mehr als 4.000 internationale Gesundheitsexpertinnen und -experten nehmen am World Health Summit 2026 in Berlin teil. © WHS_feature_2025_-59972

Berlin als Zentrum der globalen Gesundheitspolitik

Beim World Health Summit 2026 beraten Spitzen aus Politik und Wissenschaft über globale Gesundheitsthemen. Welche Rolle spielt Deutschland dabei? 

07.10.2026Wolf ZinnWolf Zinn

Gesundheit endet nicht an Landesgrenzen. Wenn Pandemien, Kriege und Klimakrisen Versorgungssysteme unter Druck setzen, wird sie zur Frage politischer Stabilität und internationaler Zusammenarbeit. Genau darum geht es beim World Health Summit (WHS) 2026 in Berlin. Das Leitmotiv lautet „From Crisis to Resilience: Innovating for Health“. 

Gegründet 2009 an der Charité, macht der WHS die deutsche Hauptstadt jedes Jahr im Oktober zum zentralen Treffpunkt der internationalen Gesundheitspolitik. 2026 sind mehr als 4.000 Teilnehmende präsent und rund 45.000 online zugeschaltet. Über 400 Expertinnen und Experten diskutieren in mehr als 75 Veranstaltungen darüber, wie Gesundheitssysteme widerstandsfähiger werden können.  

Globale Gesundheit unter Druck 

Die Agenda reicht von der Reform der globalen Gesundheitsarchitektur über medizinische Innovationen, Pandemieprävention und die Gesundheit von Frauen, Kindern und Jugendlichen bis zu Konflikten, Umwelt- und Klimarisiken sowie Finanzierungsfragen.  

Eine Schlüsselrolle kommt der Weltgesundheitsorganisation WHO zu. Sie setzt internationale Standards, koordiniert die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren und unterstützt Staaten beim Aufbau ihrer Gesundheitssysteme. Nach dem Rückzug der USA steht sie finanziell erheblich unter Druck. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nimmt am WHS 2026 teil und hat gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz die Schirmherrschaft inne. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann und Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan halten Vorträge und nehmen an Panel-Diskussionen teil.  

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Deutschland als wichtiger Geldgeber und politischer Akteur 

Für Deutschland hat der Gipfel besonderes Gewicht – und umgekehrt auch Deutschland für den Gipfel. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist die Bundesrepublik inzwischen der größte Geldgeber der WHO. Für den Zeitraum 2025 bis 2028 hat sie knapp 400 Millionen US-Dollar zugesagt, darunter mehr als 260 Millionen US-Dollar an neuen freiwilligen Mitteln. 2026 kommen weitere 25 Millionen Euro hinzu, vor allem für die Bekämpfung grenzüberschreitender Krankheitsausbrüche. 

Auch die Entwicklungszusammenarbeit ist eng mit globaler Gesundheit verknüpft. Deutschland unterstützt den Aufbau stabiler Gesundheitssysteme sowie Programme gegen Aids, Tuberkulose und Malaria; dem Globalen Fonds hat die Bundesrepublik seit 2002 rund 5,68 Milliarden Euro bereitgestellt.