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Arbeiter in einer Autofabrik
Im ungarischen Debrecen hat BMW im September 2025 eine hochmoderne Autofabrik eröffnet. © BMW
Wirtschaft

Deutsche Technik auf Weltreise

Deutsche Unternehmen investieren Milliarden im Ausland und realisieren spannende Projekte – zum Beispiel BMW in Ungarn und Herrenknecht in Australien.

28.10.2026Axel Novak

Ein Autowerk unter Strom

Im ungarischen Debrecen wollte BMW eine hochmoderne Autofabrik der Superlative bauen – und nach Ansicht vieler Experten ist das auch gelungen. Der bayerische Autohersteller hat das Werk für mehr als zwei Milliarden Euro auf der grünen Wiese errichtet, im September 2025 eröffnet und über 5.000 Arbeitsplätze geschaffen. Gebäude, Anlagen und Abläufe wurden perfekt aufeinander abgestimmt. Kameras und Sensoren überwachen die Fertigung, künstliche Intelligenz wertet die Daten aus und füttert damit rund 1.000 Industrieroboter. Der direkt auf dem Werksgelände angesiedelte Batteriepark fertigt Hochvoltbatterien der neuesten Generation. Ende Juli 2026 lief dort bereits der 50.000. vollelektrische BMW iX3 vom Band. „Nie zuvor haben wir in einem neuen Werk so schnell so viele Fahrzeuge gebaut“, sagt BMW-Produktionsvorstand Raymond Wittmann.

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Auch beim Klimaschutz geht BMW neue Wege: Debrecen nutzt im Normalbetrieb ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien. So entstehen nach Angaben des Herstellers bei der Fertigung eines Fahrzeugs einschließlich Batterie rund 34 Kilogramm CO₂e, fast 90 Prozent weniger als in klassischer Produktion.

Allerdings stoßen die ehrgeizigen Ausbaupläne von BMW in Ungarn derzeit an Grenzen – dem Land fehlen Fachkräfte. Daher fliegen Spezialisten regelmäßig von Deutschland nach Debrecen, um die Beschäftigten zu schulen.

Giganten im Untergrund

Ob unter den Alpen, dem Bosporus oder den Millionenstädten dieser Welt: Wo spektakuläre Tunnel entstehen, ist oft Technik von Herrenknecht im Einsatz. Der Spezialmaschinenbauer aus Baden-Württemberg gehört zu den Weltmarktführern seiner Branche. Seine gewaltigen Tunnelbohrmaschinen haben unter anderem beim Bau des Gotthard- und Brenner-Basistunnels mitgewirkt. Im neuseeländischen Auckland grub sich die Maschine „Alice“ für die Waterview Connection durch den Untergrund und schuf zwei Straßentunnel. In der Metropole Hongkong kamen Herrenknecht-Maschinen beim Bau von Abwassertunneln zum Einsatz.

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Aktuell läuft auch ein Großprojekt im australischen Adelaide. Dort arbeiten sich drei gewaltige Tunnelbohrmaschinen durch den Untergrund – jede rund 100 Meter lang, 15 Meter im Durchmesser und 3.500 Tonnen schwer. Bei günstigen Bedingungen kommen sie acht bis zehn Meter pro Tag voran. Das Projekt River Torrens to Darlington, kurz T2D, soll umgerechnet rund 9,35 Milliarden Euro kosten und bildet den letzten Abschnitt eines 78 Kilometer langen Nord-Süd-Korridors. 2031 soll die Strecke fertig sein. Oberirdisch werden dadurch Flächen für eine nachhaltige Stadtentwicklung frei.