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Menschenmenge bei einer Demonstration
Bis zu 20.000 Menschen demonstrierten in Magdeburg für Demokratie und Weltoffenheit. © picture alliance/dpa
Landtagswahl

Alle Welt blickt auf Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt. Schafft die in Teilen rechtsextreme AfD die absolute Mehrheit oder ist am Ende des Tages unklar, wer künftig regiert?

06.09.2026

Magdeburg (dpa/d.de) – Sachsen-Anhalt ist ein kleines Bundesland im Osten Deutschlands, eines von insgesamt 16, das auf die Bundesregierung – etwa in der Außenpolitik – keinen Einfluss hat. Doch die heutige Landtagswahl erregt in ganz Deutschland und auch international enorme Aufmerksamkeit. Denn erstmals könnte die AfD, die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, in einem Bundesland an die Macht kommen. 

Rund 1,7 Millionen Menschen können heute zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Derzeit regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis wird aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren. Mit Abstand stärkste Kraft dürfte die AfD werden. In der letzten Umfrage vor der Wahl kam die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf 41 Prozent. 

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze lag in der Umfrage bei 23 Prozent. Auf Platz drei folgte die Linke mit 11,5 Prozent, die SPD kam auf 8,5 Prozent. 26 Prozent der Befragten sagten, sie seien noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Doch: Keine der anderen Parteien will mit ihr koalieren. Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte auf Stimmen der Linken angewiesen sein. Allerdings lehnt die CDU eine Koalition mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. 

Das Erstarken der AfD bereitet vielen Menschen Sorge. Tausende gingen gestern in Magdeburg auf die Straße, um für Demokratie und Weltoffenheit zu demonstrieren. Die Veranstalter sprachen von bis zu 20.000 Teilnehmenden.