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Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo
Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo © picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | R. Schmitt

Warum Demokratie Bewegung braucht

Malaika Mihambo gewinnt olympisches Gold und Weltmeistertitel. Warum sie sich abseits des Sports für Chancengleichheit, Teilhabe und Umweltschutz engagiert. 

25.08.2026Esther Sambale

„Und los geht’s!“, ruft Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo. Rund 40 Grundschulkinder laufen in kleinen, schnellen Schritten mit angezogenen Knien über den blauen Turnhallenboden der Schillerschule im baden-württembergischen Waghäusel. Es ist der erste Tag des zweiwöchigen KILANA-Feriencamps des Badischen Leichtathletikverbands, das Mihambo als Projektpatin unterstützt. Hier treffen Sport und Umweltbildung aufeinander: Beim „Menschen-Memory“ beschäftigen sich die Kinder mit Kinderrechten, bei einer Sprintstaffel lernen sie, Müll richtig zu trennen. 

Mihambo, 32 Jahre alt, ist Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin im Weitsprung. Neben ihrer Karriere als Spitzensportlerin studiert sie Umweltwissenschaften und engagiert sich für den Schutz der Umwelt. Die Aufmerksamkeit, die ihr der sportliche Erfolg verschafft, nutzt sie auch, um gesellschaftlich Position zu beziehen. „Ich denke, jedes Handeln ist politisch. Schweigen und Nichtstun genauso wie sich politisch engagieren“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. 

Eine Frau springt.
Malaika Mihambo bei der Leichtathletik-EM 2026 in Birmingham © picture alliance / Eibner-Pressefoto | Stefan Mayer

Erfolg als Verantwortung

Dieses Verständnis hat auch mit Mihambos Biografie zu tun. Als Tochter einer deutschen Mutter und eines tansanischen Vaters hat sie Rassismus erlebt und nach eigener Aussage schon früh ein politisches Bewusstsein entwickelt. Ihre privilegierte Position versteht sie als Verpflichtung, sich einzubringen.

Das zeigt sich auch in ihrem sozialen Engagement. 2020 gründete Mihambo den gemeinnützigen Verein „Malaikas Herzsprung“, der Grundschulkindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien den Zugang zum Vereinssport erleichtern soll. Gefördert wird mindestens eine einjährige Mitgliedschaft in einem Leichtathletikverein. Dabei geht es nicht allein um Bewegung: Der Verein will auch Chancengleichheit, Fairplay, Selbstvertrauen und soziale Kontakte fördern.

So entsteht eine Idee davon, wie Gesellschaft funktionieren kann: Wettbewerb, ohne den anderen abzuwerten, und Teilhabe statt Ausgrenzung. Im „Migazin“ beschreibt Mihambo diesen Gedanken mit Blick auf den Geist der Olympischen Spiele: „Kein Land, kein Ort, kein Mensch ist mehr wert als ein anderer. Wir sind alle gefragt, uns zu engagieren.“