Auftragsbestand der deutschen Industrie auf Rekordhoch
Die deutsche Industrie kann auf ein Ende der Schwächephase hoffen. Rüstungsaufträge sorgen für Schub. Doch auch eine andere Schlüsselbranche legt zu.
Wiesbaden (dpa, d.de) – Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Im Juli 2026 legte er preisbereinigt um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2025 betrug das Plus 10,9 Prozent.
Auch die Reichweite der vorhandenen Aufträge erreichte einen Höchststand. Sie stieg auf neun Monate und damit auf den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015. Die Kennzahl gibt an, wie lange die Unternehmen bei gleichbleibendem Umsatz und ohne neue Aufträge mit der Bearbeitung ihres Auftragsbestands ausgelastet wären.
Fahrzeugbau sorgt für kräftiges Plus
Getragen wird die Entwicklung vor allem vom sogenannten sonstigen Fahrzeugbau. Dazu zählen unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge. Der Auftragsbestand in diesem Bereich nahm im Juli um 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Nach Angaben der Statistiker gingen hier zuletzt viele neue Aufträge ein, zugleich sind die Fertigungszeiten vergleichsweise lang.
Auch der Maschinenbau verzeichnete mit 0,8 Prozent einen höheren Auftragsbestand. In der Automobilindustrie gingen die offenen Aufträge dagegen um 1,7 Prozent zurück. Die Zahlen zeigen damit ein unterschiedliches Bild innerhalb der Industrie: Ohne den sonstigen Fahrzeugbau läge der Auftragsbestand nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Höchststand. Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im Juli um 3,0 Prozent, die aus dem Ausland um 0,6 Prozent.