„Roman gegen Gleichgültigkeit“ – Deutscher Buchpreis für Shida Bazyar
Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse ist der Deutsche Buchpreis verliehen worden. Ausgezeichnet wurde Shida Bazyar für ihren Roman „Die Lücken“.
Frankfurt/Main (dpa) – Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an die Autorin Shida Bazyar für „Die Lücken“. Der Roman reflektiere anhand einzelner Figurenschicksale fast hundert Jahre ambivalenten deutschen Lebens, heißt es in der Begründung der Jury. Die Autorin wähle dabei überzeugende literarische Strategien. Und: Es sei ein „Roman gegen Gleichgültigkeit“.
Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Bazyar hat „Die Lücken“ in einem fiktiven Ort namens Heimesbach im Hunsrück angesiedelt, der an den Geburtsort der Autorin angelehnt ist. Ihr Roman erzählt von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen. Es werden verschwiegene Kapitel deutscher Vergangenheit zur Sprache gebracht. So dreht sich der rund 500 Seiten lange Roman um Lügen, Rassismus und Verdrängung. Es sei ein Roman, der mit seinem transnationalen Blick die Grenzen des Heimatromans auslotet und ihn neu definiere, erklärte die Jury bereits bei der Bekanntgabe der Shortlist des Preises.
Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird traditionell am Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben.