Wadephul berät in Istanbul über sichere Seewege
Die Straße von Hormus, Angriffe der Huthi und der Ukraine-Krieg: Außenminister Wadephul sucht mit sieben Partnerstaaten nach Lösungen für die Konflikte.
Istanbul (dpa, d.de) – Außenminister Johann Wadephul trifft sich in Istanbul mit Amtskollegen aus sieben europäischen und regionalen Partnerstaaten, um über die Sicherheit internationaler Seewege und die Entschärfung regionaler Konflikte zu beraten. Im Mittelpunkt stehen die Lage an der Straße von Hormus, die Angriffe der Huthi-Miliz im Roten Meer sowie russische Angriffe auf Getreidetransporte im Schwarzen Meer. „Diese massiven Herausforderungen können wir nur bewältigen, wenn wir über etablierte Formate hinaus an einem Strang ziehen“, erklärte Wadephul zum Auftakt.
Sichere Seewege sind entscheidend für den Welthandel und die Versorgung mit Energie, Lebensmitteln und Düngemitteln. Durch die Straße von Hormus wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert. Angriffe auf Handelsschiffe und blockierte Transportwege können weltweit die Preise erhöhen und insbesondere die Versorgung importabhängiger Länder gefährden.
Neue diplomatische Initiative
Das Treffen findet erstmals in dieser Zusammensetzung statt. Neben Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien nehmen die Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien teil. Die vier regionalen Partner bilden die sogenannte R4-Gruppe. Die Gespräche gehen auf eine Initiative Deutschlands und der Türkei zurück. Ziel ist es, neue Wege der diplomatischen Zusammenarbeit zu finden und gemeinsam zur Entschärfung der Konflikte beizutragen.