Wadephul: Nordflanke der Nato stärker schützen
Außenminister Johann Wadephul informiert sich in Norwegen und Finnland über die Verteidigungsfähigkeit der Nato.
Bodø/Helsinki (dpa) - Außenminister Johann Wadephul ruft angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen durch Russland zu stärkeren Abschreckungs- und Verteidigungsbemühungen an der Nordflanke der Nato auf. „Russland baut seine militärische Präsenz auch hier in der Arktis weiter aus und versucht, seinen Einfluss in der Region zu sichern“, warnte Wadephul bei einem Treffen mit seinem norwegischen Kollegen Espen Barth Eide in der Stadt Bodø nördlich des Polarkreises.
Russland besitze im sogenannten Hohen Norden und der Arktis „Fähigkeiten, die wir ernst nehmen müssen, auch mit Blick auf unsere Sicherheit in Zentraleuropa“, sagte Wadephul. Norwegen komme hier als „Frühwarnsonar und -radar der Nato im Nordatlantik“ eine Schlüsselrolle zu. Die in der Region verlaufenden Unterseekabel sowie See- und Luftwege seien für die Versorgung Deutschlands und Europas essenziell. Auch China verstärkt demnach sein Engagement in der Arktis - auch vor dem Hintergrund der Rohstoffvorkommen.
Nach seinem Besuch in Norwegen ist Wadephul nach Finnland gereist, das ebenfalls den Bedrohungen aus Moskau ausgesetzt ist. In Helsinki will der Außenminister mit seiner Amtskollegin Elina Valtonen zu Beratungen zusammenkommen. Es geht um Zivilschutz, Maßnahmen zum Schutz der Grenze und um die weitere Unterstützung der Ukraine.