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Publikum bei einem Konzert
Rund 15.000 Menschen kamen zum Abschiedskonzert in Buenos Aires. © Bastian Bochinski

Die Toten Hosen sagen Adiós in Argentinien

Ein letztes Mal spielten die Punkrocker aus Düsseldorf am Río de la Plata – das emotionale Finale einer jahrzehntelangen „Liebesbeziehung“. 

13.10.2026

Buenos Aires (dpa) – Am Ende hatte Campino Tränen in den Augen: Nach 34 Jahren haben sich die Toten Hosen mit einem fulminanten Konzert von ihrem Publikum in Buenos Aires verabschiedet. Rund 15.000 Fans wollten am Samstagabend in der ausverkauften Movistar-Arena beim 50. und letzten Auftritt der Düsseldorfer Punkrock-Band in dem südamerikanischen Land dabei sein. Zwischen den Toten Hosen und ihren argentinischen Anhängerinnen und Anhängern ist im Laufe der Zeit ein besonders inniges Verhältnis gewachsen.

Ohne Argentinien wären wir nicht, was wir sind.
Campino, Sänger der „Toten Hosen“
Ein Mann singt in ein Mikro
Sänger Campino beim Auftritt in Buenos Aires © Bastian Bochinski

„Ohne Argentinien wären wir nicht, was wir sind“, betonte ein bewegter Campino, nachdem die letzten Akkorde verklungen waren. Unter dem Motto „Fútbol, Asado, Vino y Adiós, Amigos“ („Fußball, Grillfleisch, Wein und auf Wiedersehen, Freunde“) waren die Toten Hosen noch einmal durch Argentinien getourt und hatten zuvor auch in Rosario und Tandil gespielt.

Verblüffend war, wie textsicher die argentinischen Fans auch die Stücke in deutscher Sprache mitsingen konnten – es war ein Ausdruck der Popularität, die die Band aus dem Rheinland erlangt hat. Erstaunlich war aber auch, wie viele Fans aus Deutschland die lange Reise auf sich genommen hatten.

Die Band bezeichnet Argentinien als zweite Heimat

Begonnen hatte die „Liebesbeziehung“ der Toten Hosen zu Argentinien am 11. September 1992 mit dem ersten Auftritt von Campino & Co. im Club Halley in Buenos Aires. „Es war der Beginn einer großen Liebe“, schreibt die Band selbst, die in der Folge zahlreiche Male nach Argentinien fuhr. Mittlerweile bezeichnet sie das Land als ihre zweite Heimat.

Eine Frau bei einem Konzert
Viele Fans in Argentinien sind den Toten Hosen seit Jahrzehnten treu. © picture alliance/dpa | Guido Piotrkowski

Konzerte auch in schwierigen Zeiten

Die Düsseldorfer kamen auch in der schwierigen Zeit nach dem argentinischen Staatsbankrott Anfang der 2000er-Jahre nach Argentinien, als es kommerziell wenig attraktiv war und internationale Bands sich rarmachten. „Wir haben Freunde fürs Leben gefunden, und die Menschen und die Bands dort waren immer eine große Inspiration für uns“, resümiert die Band. 2027 wollen die Toten Hosen – mittlerweile alle über 60 Jahre alt – auch in Deutschland ihre letzten Konzerte geben.