Olympia: Warum München gute Chancen hat
München möchte die Olympischen Sommerspiele ausrichten. Die Stadt bietet viel Erfahrung, kurze Wege, Sportbegeisterung und internationale Strahlkraft.
Was plant München?
München ist Deutschlands Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Am 26. September 2026 setzte sich die bayerische Landeshauptstadt bei der Abstimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit 91 zu 50 Stimmen gegen KölnRheinRuhr durch. Nun beginnt die internationale Phase. Über die Vergabe der Spiele entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC).
Warum eignet sich München als Gastgeber?
Viele der benötigten Sportstätten sind bereits vorhanden, denn München war schon 1972 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Herzstück war damals der Olympiapark, der auch für eine erneute Austragung eine zentrale Rolle spielen soll. Dort könnte rund die Hälfte der Sportarten stattfinden. 90 Prozent der vorgesehenen Sportstätten liegen weniger als 30 Kilometer vom geplanten Olympischen Dorf entfernt. Die Segelwettbewerbe sollen wie schon 1972 in Kiel ausgetragen werden.
Welche Pluspunkte bietet München noch?
München hat zudem reichlich Erfahrung mit internationalen Großveranstaltungen – weit über den Sport hinaus. Die Stadt ist oft Gastgeber großer Messen und Kongresse, der Münchner Sicherheitskonferenz sowie des Oktoberfests mit Millionen Besuchern. Sie ist an große Besucherströme gewöhnt und erfüllt hohe Anforderungen an Organisation und Sicherheit. Auch touristisch gehören München und Umgebung zu den attraktivsten Regionen Deutschlands.
Stehen die Münchnerinnen und Münchner hinter der Bewerbung?
Ja. Bei einem Bürgerentscheid im Oktober 2025 stimmten 66,4 Prozent für die Bewerbung. Auch bei internationalen Sportereignissen zeigt sich regelmäßig die Begeisterung des Publikums. Die European Championships 2022 etwa sorgten im Olympiapark für volle Ränge und eine besondere Atmosphäre.
Unterstützt die Politik die Bewerbung?
Ja. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause reagierte auf den Sieg im deutschen Auswahlverfahren mit den Worten: „Die Freude ist unendlich.“ Bundeskanzler Friedrich Merz sagte: „Olympia gehört nach Deutschland.“ Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte: „Wir können uns Olympische Spiele leisten – und wir sollten sie uns auch leisten.“
Welche Rolle spielt die Leichtathletik-WM 2031?
München richtet 2031 die Leichtathletik-Weltmeisterschaften aus – eines der größten internationalen Sportereignisse überhaupt. Austragungsort wird der Olympiapark mit dem Olympiastadion sein. Damit kann München beweisen, dass es ein globales Sportereignis auf höchstem Niveau organisieren kann.
Welche olympische Geschichte hat Deutschland?
Deutschland war bisher zweimal Gastgeber von Olympischen Sommerspielen: 1936 in Berlin und 1972 in München. Die Berliner Spiele wurden von der NS-Diktatur propagandistisch genutzt. München wollte ein modernes, offenes und demokratisches Deutschland präsentieren. Überschattet wurden die Spiele von dem Anschlag einer palästinensischen Terrororganisation auf die israelische Mannschaft.
Was muss noch passieren?
Sportstätten müssen modernisiert, Verkehrsprojekte umgesetzt und die Finanzierung gesichert werden. Wichtig ist auch das geplante Olympische und Paralympische Dorf im Münchner Nordosten, das nach den Spielen Teil eines neuen Stadtquartiers werden soll.
Wann fällt die Entscheidung?
Für die Sommerspiele 2036 soll im März 2027 die nächste, vertiefte Dialogphase beginnen. Bis Ende 2028 sind dann Gespräche mit einem oder mehreren aussichtsreichen Bewerbern vorgesehen. Derzeit führt das IOC Gespräche mit rund zehn Interessenten, darunter Ahmedabad, Doha, Istanbul und Santiago de Chile. Voraussichtlich wird das IOC Mitte 2029 über den Gastgeber der Spiele 2036 entscheiden. Für 2040 und 2044 steht der Zeitplan noch nicht fest.