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„Wenn du fällst, steh wieder auf!“

Laura Nolte ist die jüngste Bob-Olympiasiegerin der Geschichte. In Cortina will sie die nächsten Medaillen holen. Ein Interview über Ziele, Motivation und Scheitern.

Anja LeuschnerInterview: Anja Leuschner, 27.01.2026
Portrait der deutschen Bobfahrerin Laura Nolte. Sie trägt die offizielle Kleidung des deutschen Wintersportteams und hält ihren Bob-Helm unter dem Arm.
Laura Nolte zählt zu den besten Bobfahrerinnen der Welt. © picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski/SVEN SIMON

Die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 wird Laura Nolte nie vergessen: Gemeinsam mit Anschieberin Deborah Levi gewann sie Olympia-Gold und ist seitdem die jüngste Bob-Olympiasiegerin der Geschichte. Im Februar 2026 startet sie bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina. Wir haben die 27-Jährige beim Training in ihrer Wahlheimat Frankfurt am Main getroffen. 

Sie haben 2022 Olympia-Gold gewonnen. Kann man das überhaupt toppen?
Wenn ich an Peking denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Das war ein wahnsinnig toller Moment, den ich bis heute nicht richtig in Worte fassen kann. Aber das ist noch lange nicht das Ende für mich. 2022 wurde ich Vierte im Monobob, da will ich dieses Jahr eine Medaille holen. Die Spiele in Peking fanden wegen der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen statt, komplett ohne Zuschauer. Nochmal eine Medaille zu gewinnen und diesen Moment dann mit Familie und Freunden teilen zu können, das wäre das Allergrößte.

Portarit der beiden Bobfahrerinnen Laura Nolte und Deborah Levi, die ihre Köpfe aneinander lehnen und ihre gewonnenen Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 in die Kamera halten.
Pure Freude: Laura Nolte und Deborah Levi gewinnen Gold bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022. © picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Sie sind Leistungssportlerin, trainieren sechsmal pro Woche. Was machen Sie, wenn Sie mal so gar keine Lust haben?
Klar, solche Tage habe ich auch. Aber meine Ziele treiben mich an. Ohne Training kann ich sie nicht erreichen. Es ist harte Arbeit, und an manchen Tagen quäle ich mich durchs Training, aber dann denke ich daran, dass ich diese Medaille gewinnen will, und gebe alles. 

Lass dir von niemandem sagen, dass du etwas nicht kannst.
Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte

Der Bobsport kann auch gefährlich sein, Sie hatten selbst schon Unfälle. Haben Sie vor manchen Abfahrten Angst?
Vor manchen Strecken habe ich mehr Respekt als vor anderen. Besonders natürlich vor denen, auf denen ich schon einige Male gestürzt bin. Mir hilft es dann immer, an die vielen Abfahrten zu denken, bei denen alles gut ging.  

Die Bobfahrerin Laura Nolte fährt mit ihrem deutschen Nationalteam-Bob in einem Eiskanal.
Laura Nolte in Aktion: Im Eiskanal ist volle Konzentration gefragt. © picture alliance / Johann Groder / EXPA / picturede | Johann Groder

Sie haben sehr früh sehr viel erreicht und sind Ihren Weg bislang sehr erfolgreich gegangen. Was raten Sie anderen Menschen mit großen Träumen?
Egal, was es ist, mach es! Das der beste Rat, den ich geben kann. Lass dir von niemandem sagen, dass du etwas nicht kannst. Ich bin am Anfang so oft gestürzt und viele Trainer und auch andere Athleten haben mir gesagt, aus mir würde keine gute Bobfahrerin. Aber ich bin jedes Mal wieder aufgestanden. Wenn du fällst, steh wieder auf! Jedes Mal wieder. Ich habe das in meiner Karriere oft gemacht und bin heute eine der besten Bobfahrerinnen der Welt.

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