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U-Boot-Bestellung aus Kanada: Ein Boot der Vorgängerklasse 212A
U-Boot-Bestellung aus Kanada: Ein Boot der Vorgängerklasse 212A © picture alliance/dpa | Christian Charisius

Warum Kanada deutsche U-Boote kauft

Bis zu zwölf U-Boote, ein historischer Auftrag für TKMS und ein Signal an die NATO: die wichtigsten Fragen und Antworten zur Kooperation mit Kanada und Norwegen.

08.07.2026Anja LeuschnerAnja Leuschner

Es ist der größte U-Boot-Auftrag in der Geschichte von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS): Kanada will bis zu zwölf U-Boote des gemeinsam von Deutschland und Norwegen entwickelten Typs 212CD beschaffen. Die Entscheidung fiel nach einem monatelangen Wettbewerb mit dem südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean – kurz vor dem NATO-Gipfel. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Bedeutung hat der Großauftrag für Deutschland und die NATO?

Die Entscheidung gilt als wichtiger Erfolg für die europäische Verteidigungsindustrie und die Zusammenarbeit innerhalb der NATO. Deutschland und Norwegen haben den U-Boot-Typ 212CD gemeinsam entwickelt, Kanada wird ihn künftig ebenfalls einsetzen. Verteidigungsminister Boris Pistorius sprach von einem wichtigen Schritt für den Ausbau der gemeinsamen konventionellen U-Boot-Flotte der Allianz. Bundeskanzler Friedrich Merz wertete die Absichtserklärung als „starkes Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie“. Pistorius hatte sich zuvor mehrfach in Kanada für das deutsche Angebot eingesetzt.

 Warum ist der Auftrag für TKMS so wichtig?

TKMS gilt als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bau nicht nuklear betriebener U-Boote. Die Produktion der nun in Auftrag gegebenen U-Boote soll komplett in Deutschland stattfinden, am Stammsitz der Werft in Kiel sowie in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu sollen bis zu 1.500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben 9.100 Menschen. 

Was ist an dem Typ 212CD besonders?

Der Typ 212CD wurde gemeinsam von Deutschland und Norwegen entwickelt und bildet laut Unternehmensangaben einen Meilenstein in der Technologie nicht-nuklearer U-Boote. Sein Antriebssystem kombiniert Dieselmotoren mit einer Wasserstofftechnologie, und ermöglicht lange Tauchgänge ohne Auftauchen. Laut TKMS sind die U-Boote insbesondere für den Einsatz unter Eis und in der Arktis ausgelegt.

Um wie viel Geld geht es?

Zum genauen Auftragsvolumen gibt es keine Angaben. Die Deutsche Presse-Agentur rechnet für die U-Boote inklusive Service mit einem Preis von rund 20 Milliarden Euro. Der kanadische Premierminister Mark Carney nannte den Auftrag das „größte Beschaffungsvorhaben in der kanadischen Geschichte“.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach der Entscheidung stehen Vertragsverhandlungen noch aus. Die dpa geht unter Berufung auf Carney von sechs bis 18 Monaten Verhandlungsdauer aus. TKMS hat angeboten, die ersten vier U-Boote bereits bis 2034 zu liefern. Das soll durch die Umwidmung von deutschen und norwegischen Aufträgen möglich werden. Verteidigungsminister Pistorius sagte: „Jetzt geht es darum, die Verträge fertig zu machen und die U-Boote möglichst schnell ins Wasser zu bekommen.“