Was stimmt, was ist falsch?
Seit 2019 hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) eine eigene Faktencheck-Redaktion. Wir haben die Leiterin Teresa Dapp zu ihrer Arbeit befragt.
Frau Dapp, warum sind Faktenchecks wichtig und warum hat die dpa eine eigene Redaktion dafür?
Falschbehauptungen verbreiten sich schnell – über soziale Netzwerke und Messenger, aber auch KI-Zusammenfassungen. Faktenchecks ordnen überprüfbare Behauptungen ein: Was stimmt, was ist falsch, was ist aus dem Zusammenhang gerissen? Die dpa hat dafür eine Redaktion, weil diese Arbeit spezielles Wissen in digitaler Recherche, Bild- und Videoverifikation erfordert. Die Faktenprüfung ist inzwischen ein eigenes Produkt.
dpa
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wurde 1949 gegründet und gehört zu den weltweit führenden unabhängigen Nachrichtenagenturen. Rund 1.000 Journalistinnen und Journalisten arbeiten weltweit an etwa 140 Standorten.
Sind journalistische Regeln heute wichtiger denn je?
Verifikation und Transparenz sind der Kern journalistischer Glaubwürdigkeit. Gerade weil alle Menschen heute problemlos Inhalte via Social Media veröffentlichen können, müssen professionelle Redaktionen besonders nachvollziehbar arbeiten. Für die dpa gilt: Genauigkeit vor Geschwindigkeit. Wir dokumentieren unseren Rechercheweg und verlinken und archivieren Quellen. Wie überall bei dpa gilt auch im Faktencheck das Mindestens-Vier-Augen-Prinzip.
Was zeichnet den deutschen Faktencheck international aus?
In Deutschland gibt es mehrere, voneinander unabhängige zertifizierte Faktencheck-Organisationen, die nach internationalen Standards arbeiten und zugleich ihren eigenen Stil haben.
Mit welchen internationalen Partnern arbeiten Sie zusammen?
Partner in Netzwerken und Projekten können andere Faktencheck-Teams sein, aber auch Medienkompetenz-Initiativen oder wissenschaftliche Einrichtungen. Ein Beispiel: Mit den Faktencheckern von AFP, APA und Correctiv sind wir aktiv im German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO). Das Teen Fact-Checking Network (TFCN) haben wir mit Partnern aus Portugal und Spanien, Finnland, Österreich und Bulgarien ausgebaut.
Wo liegen die größten Herausforderungen?
Die größten Herausforderungen sind Tempo, Menge und Professionalisierung von Desinformation – besonders durch KI-generierte Bilder, Videos und Stimmen. KI-Tools können beim Entlarven unterstützen, ersetzen aber kein journalistisches Urteil, denn meist fehlt ihnen die nötige Transparenz und Verlässlichkeit.
dpa-Faktencheck
Der dpa-Faktencheck ist ein internationales Team mit rund 25 Mitgliedern. Seit 2019 hat es mehr als 10.000 Faktenchecks in drei Sprachen veröffentlicht. Überprüft werden insbesondere potenzielle Falschbehauptungen, die sich über soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook, TikTok oder X verbreiten.