Zum Hauptinhalt springen

3D-Druck, Drohnen, Überschall: Neue Technologien für die Bundeswehr

Ein neues Innovationszentrum soll gute Ideen aus Truppe, Startups und Forschung schnell in die Praxis bringen – und damit die Wehrfähigkeit erhöhen.  

Wolf ZinnWolf Zinn , 30.06.2026
Soldat in Tarnuniform sitzt in einem Gebäude und steuert eine Drohne, die durch eine Maueröffnung ins Freie fliegt.
Die Drohnenentwicklung ist einer der Schwerpunkte des Innovationszentrums der Bundeswehr. © Bundeswehr/Jana Neumann

Die Bundeswehr will künftig schneller neue technische Lösungen in die Truppe bringen. Dafür hat Verteidigungsminister Boris Pistorius im Februar 2026 in Erding in Bayern das Innovationszentrum der Bundeswehr eröffnet. „Innovation gehört zum Kern glaubwürdiger Abschreckung“, sagte Pistorius. Große, langlaufende Rüstungsprojekte allein reichten nicht aus; entscheidend sei, dass neue Technologien schnell in der Truppe ankämen. 

Tempo ist Trumpf 

Dafür bringt das Innovationzentrum Akteure aus der Truppe mit Wissenschaft und Verteidigungsindustrie zusammen. „Kreativität und Geschwindigkeit stehen im Vordergrund“, sagt Christian Bock, Flottillenadmiral und Leiter des Zentrums. Es gehe darum, Ideen – etwa von jungen Startups – auszutesten, neue Erkenntnisse zu sammeln und Entwicklungen entsprechend anzupassen. Zugleich plädiert Bock dafür, nicht allein auf perfekte Lösungen hinzuarbeiten, sondern Flexibilität und Mut zur Lücke mitzubringen: „Es ist besser, Achtzig-Prozent-Lösungen zu haben als gar nichts.“ Viele neue Systeme sollen dem „Fight-Tonight“-Ansatz gerecht werden, also einer schnellen Einsatzfähigkeit, ohne den bislang üblichen langwierigen, bürokratischen und teuren Entwicklungs- und Erprobungsaufwand. Scheitern ist laut Bock Teil des Lernprozesses: „Auch ein gescheitertes Experiment ist ein Erfolg.“ 

Dieses YouTube-Video kann in einem neuen Tab abgespielt werden

YouTube öffnen

Inhalte Dritter

Wir verwenden YouTube, um Inhalte einzubetten, die möglicherweise Daten über deine Aktivitäten erfassen. Bitte überprüfe die Details und akzeptiere den Dienst, um diesen Inhalt anzuzeigen.

Einverständniserklärung öffnen

Piwik is not available or is blocked. Please check your adblocker settings.

Schwerpunkte: Überschalltechnik, Satelliten und Drohnen 

Das Innovationszentrum arbeitet parallel auf unterschiedlichsten Feldern, darunter 3D-Drucktechniken für den mobilen Einsatz, Überschalltechnik und der mögliche Einsatz von Kleinstsatelliten zur Aufklärung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Drohnenentwicklung und -abwehr. So sollen etwa geeignete marktverfügbare Systeme für den begleitenden Schutz von Landstreitkräften gegen unbemannte Luftfahrzeuge identifiziert werden – also Lösungen, die so mobil und schnell sind, dass sie den eigenen Kräften folgen und sie auch in Bewegung schützen. 

Die Drohnenabwehr wird laut Bock zudem gemeinschaftlich mit der etablierten Industrie und Startups weiterentwickelt und dann möglichst schnell ausgerollt. Die dafür relevante Technologie zeichne sich durch eine „irrsinnige Entwicklungsgeschwindigkeit“ aus. Klar ist: Wer bei diesen kurzen Zyklen nicht mithalten kann, beschafft für die Vergangenheit. Bock formuliert die Logik dahinter in einem Satz, der wenig Spielraum lässt: „Abschreckung funktioniert nur, wenn man Fähigkeiten entwickelt, die dem Gegner so weit überlegen sind, dass er gar nicht erst angreift.“