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So rüstet Deutschland auf

Raketenabwehr, Drohnen, Artillerie: Mit hohem Tempo und viel Geld baut Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit aus. Ein Überblick.

Wolf ZinnWolf Zinn, 02.02.2026
Die Bundeswehr hat 20 neue Eurofighter Kampfjets bestellt.
Die Bundeswehr hat 20 neue Eurofighter Kampfjets bestellt. © picture alliance / Sipa USA | News Images

Deutschland investiert massiv in die personelle, materielle und technologische Ausstattung der Bundeswehr – so will das Land den zunehmenden geopolitischen Bedrohungen begegnen. Allein 2026 sollen rund 108 Milliarden Euro in die Landes- und Bündnisverteidigung fließen. Tendenz steigend: 2029 sollen es bereits 152 Milliarden Euro sein, womit voraussichtlich die NATO-Zielquote von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht würde. Mit einem neuen Gesetz hat der Bundestag im Januar 2026 zudem eine beschleunigte Beschaffung von Rüstungsgütern beschlossen. Deutschland setzt dabei auf eine Mischung aus eigenen Entwicklungen und ausgewählten Zukäufen aus dem Ausland, um Fähigkeitslücken schnell zu schließen. Bei einigen Schlüsseltechnologien wie dem Tarnkappenjet F-35, weitreichenden Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk oder dem Raketenabwehrsystem Patriot stützt sich die Bundeswehr auf US-Lieferanten.

Fokus auf Luftverteidigung

Hohe Priorität hat der Aufbau einer leistungsfähigen Luftverteidigung. Ziel ist ein gestaffelter Schutzschirm: Das Abwehrsystem Arrow 3 soll ballistische Raketen sehr früh – teils noch im Weltraum – stoppen. Das bodengestützte Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM aus deutscher Produktion wehrt Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper auf bis zu 40 Kilometer Entfernung ab. Insgesamt soll in enger Abstimmung mit der NATO ein starker Abwehrverbund entstehen, der Bedrohungen auf unterschiedlichsten Höhen und Entfernungen bekämpfen kann. Außerdem hat die Bundeswehr 20 neue Eurofighter Kampfjets bestellt.

200 zusätzliche Puma Schützenpanzer sollen das Heer stärken.
200 zusätzliche Puma Schützenpanzer sollen das Heer stärken. © Bundeswehr

Drohnen, Aufklärung und Laserwaffen

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Entwicklung von Drohnen durch deutsche Startups wie Helsing. Getestet werden unter anderem sogenannte Loitering-Munition-Systeme – Einwegdrohnen mit Sprengkopf, die über einem Gebiet kreisen und erst bei Zielzuweisung angreifen. Zudem laufen Versuche mit Drohnenverbünden, bei denen Aufklärung, Führung und Wirkung digital vernetzt sind. Neue Radarsatelliten sollen Bewegungen am Boden auch bei Nacht oder schlechtem Wetter sichtbar machen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt beim Heer, etwa mit 200 zusätzlichen Bestellungen des deutschen Schützenpanzers Puma und der Modernisierung der Artillerie. Selbstfahrende Haubitzen sollen größere Entfernungen überbrücken können. Auf See erhöht die Marine ihre Reichweite mit neuen Bordhubschraubern und unbemannten Fluggeräten, die große Meeresgebiete überwachen und bei der U-Boot-Jagd helfen sollen. Schließlich arbeiten die Rüstungsunternehmen Rheinmetall und MBDA auch an der Entwicklung von neuartigen Laserwaffen, etwa zur Abwehr von Drohnen.