Bayreuther Jubiläumsfestspiele beginnen
Vor 150 Jahren verwirklichte Richard Wagner seine Idee. 2026 stehen unter anderem Beethoven und die umstrittene Wagner-Oper „Rienzi“ auf dem Programm.
Bayreuth (dpa) – Mit einem Festakt und Musik von Beethoven feiern die Bayreuther Festspiele ihr Gründungsjubiläum: Vor 150 Jahren veranstaltete der Komponist Richard Wagner (1813–1883) zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opernfestival. Am Samstag wird es zum Auftakt keine Operninszenierung geben. Das Orchester spielt unter der Leitung von Christian Thielemann Beethovens 9. Symphonie. Sie erklang auch zur Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses am 22. Mai 1872 – damals dirigiert von Wagner selbst im Markgräflichen Opernhaus.
Am Sonntag feiert die erste Neuinszenierung der Saison Premiere. Das Wagner-Frühwerk „Rienzi“ wird erstmals im Festspielhaus aufgeführt. Die Entscheidung ist nicht unumstritten. „Rienzi“ ist Wagners dritte Oper und erzählt von Aufstieg und Fall des römischen Volkstribuns Cola di Rienzo, der die Macht der herrschenden Klasse brechen will – und dann am eigenen Größenwahn zugrunde geht.
Die Oper soll den jungen Adolf Hitler, der später als Wagner-Anhänger in Bayreuth ein und aus ging, inspiriert haben, als er sie als Jugendlicher zum ersten Mal in Linz sah. Die „Rienzi“-Ouvertüre eröffnete stets die Reichsparteitage der NSDAP.
„Gerade jetzt, da rechtspopulistische und faschistische Tendenzen wieder stärker wahrnehmbar werden, hat dieses Stück eine unheimliche Aktualität gewonnen“, sagte die Regisseurin Alexandra Szemerédy, die das Werk nun gemeinsam mit ihrer Kollegin Magdolna Parditka in Bayreuth auf die Bühne bringt. Die beiden sehen in dem Werk ein „Mahnmal“.