Berlin gibt 300 Millionen Euro in Corona-Topf

COVID-19 kann jeden treffen. Doch besonders schutzlos sind Menschen in Krisenregionen, denen Deutschland helfen will. Die Vereinten Nationen bezeichnen die Corona-Pandemie als größte Herausforderung seit 75 Jahren.

Berlin gibt 300 Millionen Euro in Corona-Topf

Deutschland stellt 300 Millionen Euro für den Kampf gegen das Corona-Virus in armen Ländern bereit. Damit leiste die Bundesrepublik einen erheblichen Beitrag zum globalen Hilfsaufruf der Vereinten Nationen, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Die UN hatten an die Industrieländer und weitere Geber appelliert, rund zwei Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Das Geld wird zur Eindämmung der Atemwegserkrankung COVID-19 in 51 Ländern in Amerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien gebraucht - von Haiti über den Südsudan bis Afghanistan.

"Nur zusammen werden wir die Pandemie besiegen"

"Das Corona-Virus kennt keine Grenzen", erklärte Außenminister Heiko Maas. "Es trifft insbesondere die Menschen, die besonders gefährdet sind, weil sie in Kriegsgebieten oder Flüchtlingslagern leben oder in Staaten, deren Gesundheitssysteme durch die Pandemie völlig überfordert sind." Hier sei Solidarität gefordert, um das Leiden zu lindern. "Gleichzeitig gilt: nur zusammen werden wir die Pandemie dauerhaft besiegen. Sonst drohen immer wieder neue Infektionswellen."

Jeweils 50 Millionen Euro gingen an humanitäre Nichtregierungsorganisationen sowie an die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Das UN-Welternährungsprogramm WFP erhalte 40 Millionen Euro und das Flüchtlingshilfswerk UNHCR 35 Millionen.

Die Vereinten Nationen betrachten die Corona-Krise als "größte Herausforderung" seit ihrer Gründung 1945. UN-Sprecherin Melissa Fleming warnte in einem ZDF-Interview vor einer drohenden Hungerkatastrophe. Schon jetzt hätten Hunderttausende Menschen in den Entwicklungsländern große Angst, das Virus nicht zu überleben - "nicht, weil sie krank werden, sondern weil sie kein Geld mehr haben".

Fleming betonte, die Folgen bekämen dann auch wohlhabende Länder zu spüren: Mehr Menschen sähen sich zur Flucht gezwungen. Und ein Blick in die Geschichte lege nahe, dass die Krise zu neuen Kriegen führen werde.

jj/uh (dpa, epd, kna)