Wadephul: Mit Gegnern muss man verhandeln
Der Bundesaußenminister und sein russischer Amtskollege treffen sich erstmals seit 2022 bilateral. Vor der UN-Generalversammlung wirbt Wadephul für gemeinsame KI-Sicherheitsregeln.
New York (dpa/d.de) – Bundesaußenminister Johann Wadephul und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow haben sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York getroffen. Es war das erste bilaterale Gespräch auf Außenministerebene seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022. „Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden“, sagte Wadephul dem Fernsehsender ZDF.
Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen forderte Wadephul Russland zur Deeskalation auf und betonte, Vorfälle wie der Anschlagsversuch in Leipzig Anfang August und weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Unterstützung für die Ukraine nicht erschüttern. In den ARD-„Tagesthemen“ sagte Wadephul: „Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln.“ Deswegen sei das Gespräch sinnvoll gewesen. Russland zeige derzeit „bedauerlicherweise“ keine Bereitschaft in eine konstruktive Verhandlungsposition zu gehen.
Neben dem Treffen mit Lawrow sprach Wadephul in New York auch über den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Vor der UN-Generalversammlung forderte er die Vereinten Nationen auf, mehr Verantwortung für eine sichere und positive Entwicklung künstlicher Intelligenz zu übernehmen.