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„Wir leben in einem Informationskrieg“

Zwei Teilnehmende eines internationalen Projekts des Aspen Institute Deutschland erzählen von ihren Erfahrungen im Kampf gegen Desinformation.

Johannes_GöbelProtokolle: Johannes Göbel, 11.06.2026
Ein Mann und eine Frau diskutieren an einem Tisch mit Mikrofonen.
Streitkultur ist für Influencer wichtig. Zugleich gilt es, sich gegen Falschinformationen zu wappnen. © iStock / anatoliycherkas

Das Aspen Institute Deutschland, eine unabhängige, überparteiliche Non-Profit-Organisation und Denkfabrik in Berlin, hat in den vergangenen Jahren wiederholt internationale Teilnehmer zu seinem Projekt #InfluencersAgainstDisinfo eingeladen und mit ihnen in Workshops und auf Studienreisen Desinformation in den sozialen Medien behandelt. Zwei Projektteilnehmende erzählen, warum ihnen der Kampf für einen faktenbasierten Online-Diskurs wichtig ist.

Bianka Fuller, Psychologin aus Budapest in Ungarn

„Ich arbeite als Psychologin und erlebe, wie sehr die Menschen mit Falschinformationen zu psychischen Erkrankungen konfrontiert werden. Die Vereinfachung psychologischer und medizinischer Inhalte kann sinnvoll sein, um die Beschäftigung mit diesen wichtigen Themen zu erleichtern, aber das muss seriös und faktenbasiert geschehen. Die Teilnahme am Projekt #InfluencersAgainstDisinfo des Aspen Institute Deutschland hat mich gegenüber der Gefahr von Falschinformationen noch einmal besonders sensibilisiert – und ich will mit meiner Medienarbeit über Instagram, TikTok und meinen Podcast dazu beitragen, dass die Menschen Fake News zu Gesundheit schnell erkennen. Durch die Veranstaltungen von #InfluencersAgainstDisinfo habe ich gesehen, wie viele Möglichkeiten es gibt, Desinformation zu bekämpfen. In Ungarn waren wir unter der im April 2026 abgewählten Regierung Orbán lange Zeit staatlicher Propaganda ausgesetzt. Es ist gut, zu erkennen, dass man das nicht hinnehmen muss – und dass es sich lohnt, auch in Zukunft wachsam zu sein.“

Influencer Svatopluk Barek
Influencer Svatopluk Barek © privat

Svatopluk Barek (28), Content Creator aus Chýně in der Tschechischen Republik

„Kritisches Denken wird immer wichtiger, gerade angesichts der zunehmenden Manipulation mithilfe Künstlicher Intelligenz. Deshalb habe ich den Videokurs #GeneraceAI für Schülerinnen und Schüler entwickelt, der ihnen dabei hilft, die tiefgreifende Wirkung dieser Technologie besser zu verstehen. Mir ist es wichtig, über politische Themen aufzuklären, vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bis zur Bedeutung des Klimawandels. Mit Kollegen habe ich vor ein paar Jahren ein Podcast-Format gestartet. Ich diskutiere dort immer mit zwei weiteren Personen ein aktuelles Thema. Das Entscheidende ist: Wir zeigen, dass man unterschiedliche Meinungen haben und trotzdem konstruktiv miteinander streiten kann. Mit solch einer Streitkultur kann Vertrauen entstehen – und solches Vertrauen ist wesentlich für die Stabilität einer Demokratie. Die Produzenten von Fake News und Propaganda zielen darauf, dieses Vertrauen zu untergraben. Russland hat zum Beispiel schon lange vor der Invasion in die Ukraine einen Informationskrieg gestartet. Deshalb ist es so wichtig, dass Länder wie Tschechien und Deutschland den Kampf gegen Desinformation stärken.“