Welterbestätte von Vulkanasche befreit

Der indonesische Tempel Borobudur wurde mit deutscher Hilfe aufwändig restauriert.

Buddha statue in Borobudur temple
Die Tempelanlage Borobudur SANCHAI - stock.adobe.com

Der indonesische Tempel Borobudur wurde zwischen 750 und 850 n. Chr. erbaut und gilt als eines der größten und bedeutendsten buddhistischen Bauwerke weltweit. Seit 1991 ist die Anlage als UNESCO-Weltkulturerbe klassifiziert. Im Jahr 2010 wurde die Anlage in Folge eines Vulkanausbruches von einer durchgängigen Schicht vulkanischer Asche bedeckt. Diese zog die Gesteinsstruktur der aufwändigen Reliefdarstellungen und zahlreichen Buddhaskulpturen in Mitleidenschaft. Um den Tempel vor dem Zerfall zu bewahren, war eine Restaurierung dringend nötig.

Feierliche Übergabezeremonie Borobudur
Feierliche Übergabezeremonie Botschaft Jakarta

Seit 2011 kofinanziert das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amtes ein UNESCO-Forschungsprojekt zur Steinerhaltung, in dessen Rahmen moderne Untersuchungs- und Konservierungstechniken durch die deutschen Experten Prof. Dr. Leisen und Frau Dr. von Plehwe-Leisen entwickelt wurden. Begleitend zu den Konservierungsmaßnahmen werden Mitarbeiter in Workshops und anderen Schulungsmaßnahmen fachgerecht ausgebildet. Am 3. November 2017 wird das Projekt nach 6-jähriger Förderung in einer feierlichen Zeremonie  in Anwesenheit von Vertretern des indonesischen Kultur- und Bildungsministeriums, des Borobudur Conservation Office, der deutschen Botschaft und der UNESCO übergeben.

Rund 2.800 Kulturerhalt-Projekte in 144 Ländern seit 1981

Wie kein anderes Bauwerk steht der Borobudur für den religiösen und in der Verfassung verankerten Pluralismus des vom Islam dominierten Indonesien. Neben seiner religiösen Bedeutung für die buddhistische Minderheit des Landes dient er als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Indonesiens. 

Im Rahmen seines Kulturerhalt-Programms hat das Auswärtige Amt seit 1981 rund 2.800 Kulturerhalt-Projekte in 144 Ländern unterstützt. Dazu gehören Maßnahmen zum Erhalt historischer Kulturgüter sowie deutschen Kulturerbes im Ausland. Dabei werden die lokale Bevölkerung, Fachleute und Partner vor Ort einbezogen und in den Bereichen Konservierung, Restaurierung und Digitalisierung weitergebildet. Eine neue Website des Deutschen Archäologischen Instituts bündelt Informationen und veröffentlicht Neuigkeiten zu den Kulturerhalt-Projekten.