1.300 Kilometer in den Beinen

Endlich am Ziel! Deutschlandläufer Holger Hedelt hat die Zugspitze erreicht. Rückblick auf harte Etappen und motivierende Momente.

Holger Hedelt
Holger Hedelt Holger Hedelt

Ein Jahr lang hatte sich Holger auf den bisher längsten Lauf seines Lebens vorbereitet. 1.300 Kilometer – das war selbst für ihn, den Ultraläufer, eine enorme Herausforderung. In 19 Tagen mussten er und seine Mitstreiter 19 Etappen von jeweils 55 bis 90 Kilometern bewältigen.

„Es war mein großer Traum am Deutschlandlauf teilzunehmen“, erzählte er nach halber Strecke im Interview mit deutschland.de. „Ich möchte ausloten, was mein Körper leisten kann. Nur gutes Training reicht nicht, auch der Kopf muss mitmachen. Man muss mental stark sein.“ Zu diesem Zeitpunkt lagen noch 700 vor ihm.

In den Social-Media-Kanälen von deutschland.de lieferte er uns Fotos und Videos von unterwegs. Ein Rückblick auf die besonderen Momente:

 

  • Nach einer Woche auf der Strecke regnet es unaufhörlich. Holgers Hedelts knapper Kommentar auf Facebook: „Starkregen“.
     
  • Einen Tag später ist die Stimmung besser, der Mannheimer entdeckt den Rhein und freut sich: „Rheinkilometer 666 – wie geil ist das denn. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe Vater Rhein zu sehen. Viele Stunden meines Lebens habe ich dort verbracht. Erst die Nordsee, Ruhr, Weser, viele Flüsse von denen ich den Namen nicht kenne und jetzt der Rhein. Von jetzt geht es stromauf Richtung Westhofen und somit Richtung „Monnem“.“ In „Monnem“, also Mannheim, warten seine Frau und sein Sohn an der Strecke – sie geben ihm Kraft und Motivation, seinen Lauf durchzuziehen.
„Zugspitze, ich höre dich!“
 
  • An Flüssen, Weinbergen und Sehenswürdigkeiten läuft Holger vorbei, bis er seine härteste Etappe erlebt: „Finish Stage 17/19 – circa 77 Kilometer in zehn bis elf Stunden. Zeit weiß ich nicht. Bei nicht so ganz kühlen Temperaturen ging es bereits um fünf Uhr los. Bis Kilometer 50 lief alles blendend, ich lag sogar sehr weit vorne in Feld. Dann gab es echte Probleme. Allerdings in einer extremen Form – so kannte ich das nicht. Ich stand kurz davor aufzugeben – die Gesundheit und das Leben sind wichtiger. Zum Glück lief ich in der größten Not an einem Brunnen mit eiskalten Wasser vorbei, in diesem bin ich für mehrere Minuten abgetaucht – das half zum Glück. Bin dann zehn Kilometer gegangen und konnte das Ziel sogar rennend erreichen. Jetzt geht es mir wieder gut. Morgen noch eine Etappe und dann geht es auf die Zugspitze. Der Traum, Deutschland laufend zu durchqueren, ist in greifbarer Nähe.
     
  • Zur vorletzte Etappe in Füssen motiviert sich Holger mit dem Ausruf: „Zugspitze, ich höre dich!“
Endlich auf dem Gipfel

Am 3. August, kurz vor zwölf Uhr, ist Holger nach drei Wochen auf dem höchsten Berg Deutschlands angekommen. „Was für ein Wahnsinn nach 1.300 km. Ich bin froh, jetzt da zu sein“, kommentiert er seine Bilder von der Zugspitze. Das kühle Bier auf dem Gipfel hat er sich hart verdient.

Holger Hedelt
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