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Fünf Flamingos in einem Teich
Flamingos im Zwillbrocker Venn – hier lebt die nördlichste Flamingo-Brutkolonie der Welt. © picture alliance/dpa | Lars Berg

Welche exotischen Tiere leben in Deutschland?

Papageien in Großstädten, Flamingos im Münsterland und Goldschakale in Brandenburg: Warum diese Tiere heute in Deutschland leben. 

28.07.2026Luca Rehse-KnaufLuca Rehse-Knauf

Wer in Deutschland an Wildtiere denkt, hat meist Rehe, Wildschweine oder Wölfe vor Augen. Doch inzwischen gehören auch knallgrüne Papageien, rosafarbene Flamingos und Goldschakale zur heimischen Tierwelt. Wie sie nach Deutschland kamen und warum sie hier leben

Zwei Halsbandsittiche auf einem Ast
Halsbandsittiche haben sich in vielen deutschen Städten angesiedelt. © picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Halsbandsittiche: Farbklekse in der Großstadt

Ursprünglich stammen Halsbandsittiche aus den Savannen und Bergwäldern Afrikas und Asiens. Heute gehören die leuchtend grünen Papageien in vielen deutschen Großstädten längst zum Stadtbild. Nach Schätzungen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) leben hier bis zu 7.500 Brutpaare. Vermutlich gelangten die Tiere einst als Haustiere nach Europa und entflogen oder wurden ausgesetzt. Die erste freilebende Brut in Deutschland wurde 1969 in Köln nachgewiesen. 

Flamingos: Rosa Kolonie

Flamingos verbindet man eher mit den Salzseen Afrikas oder den Feuchtgebieten Südeuropas als mit Deutschland. Doch im Zwillbrocker Venn im Münsterland, einem Naturschutzgebiet an der niederländischen Grenze, brüten die rosafarbenen Wasservögel seit den 1980er-Jahren. Die Kolonie gilt als die nördlichste Flamingo-Brutkolonie der Welt. Im Frühjahr bietet die Balz- und Brutzeit beste Gelegenheit mehr als 50 Tiere zu beobachten. Fachleute gehen davon aus, dass die ersten Flamingos aus privater Haltung entkommen oder freigelassen worden sind. 

Ein Goldschakal
Goldschakale stammen ursprünglich aus Indien und Südosteuropa. © picture alliance / imageBROKER | Erich Schmidt

Goldschakale: Heimliche Wanderer

Größer als ein Fuchs, kleiner als ein Wolf und äußerst scheu: Der Goldschakal ist in Deutschland nur selten zu sehen. Ursprünglich stammt er aus Indien und Südosteuropa. Von dort breitete sich die anpassungsfähige Art bis nach Mitteleuropa aus. In Deutschland wurde der Goldschakal erstmals 1997 in Brandenburg nachgewiesen. Heute gehen Fachleute davon aus, dass hier einige Dutzend Tiere leben – Tendenz steigend. Mildere Winter und geeignete Lebensräume begünstigen seine Ausbreitung. 

Immer mehr neue Arten?

Immer wieder werden in Deutschland auch exotische Tiere gesichtet, die hier nicht dauerhaft leben. Im Juli 2026 landete etwa ein junger Pelikan in einem Tierpark in Greifswald. Fachleute gehen davon aus, dass sich mit dem Klimawandel und milderen Wintern künftig weitere Tierarten dauerhaft in Deutschland ansiedeln könnten.