Streetfood in Deutschland

Streetfood-Veranstaltungen und Foodtrucks erobern deutsche Städte.

dpa/Jörg Carstensen - Berlin Village Market

Nicht nur in Asien hat das Essen auf der Straße, also Streetfood, eine lange Tradition. Im Regensburg des 12. Jahrhunderts etwa versorgte die „Garküche auf dem Kranchen“ die Bauarbeiter des Doms mit gesottenem Fleisch. Heute steht an der Stelle die „Historische Wurstkuchl“, der vielleicht älteste Imbiss der Welt. Auch die „Drei im Weggla“, drei Nürnberger Würstchen im Brötchen, gehören zu den ältesten deutschen Streetfood-Gerichten.

Doch das Streetfood von heute ist mehr als eine Bratwurst im Stehen. Die aktuelle Wiederbelebung der uralten Bürgersteigbewegung kommt aus den USA. Vor allem im Großraum New York hat die Foodtruck-Szene vorgemacht, was seit 2013 wöchentlich mehrere tausend Gäste beim „Street Food Thursday“ in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg, bei den Hamburger „Street Food Sessions“ oder beim Kölner „Street Food Festival“ erleben: unkompliziertes, aber hochwertiges Essen im öffentlichen Raum. Ein einfacher Stand mit Garküche, der dem Koch Freiheit, Mobilität und Unabhängigkeit garantiert. Und einfache Gerichte, die dem Gast regionale Zutaten und achtsame Handarbeit garantieren. Wie etwa Banh Mi aus Vietnam, ein Baguette aus Weizen- und Reismehl, mit kurz gebratenem Fleisch, Gemüse, Koriander. Oder Gua Baos, eine taiwanesische Variante des Burgers. Käsespätzle werden ebenso zelebriert wie 14 Stunden geräuchertes Schweinefleisch.

Bewusster Genuss und Kommunikation darüber stehen im Vordergrund

Bei den Streetfood-Events kommt es aber nicht nur darauf an, was gegessen wird, sondern auch wie. Butterbrot-Manufakturen, Suppenküchen und Regio-Burgerläden existieren in deutschen Großstädten schon seit den 2000er-Jahren. Aber im Unterschied zur Stulle-to-Go-Mentalität der Vergangenheit wird Streetfood nicht nur verzehrt, um möglichst effizient die Mittagspause zu verbringen oder schnell auf dem Weg von A nach B satt zu werden. Bewusster Genuss steht im Mittelpunkt. Ebenso die Kommunikation beim und übers Essen, weshalb viele Streetfood-Märkte bis in den Abend geöffnet haben. Sie funktionieren dann wie eine Bar oder ein Restaurant. Nur wesentlich demokratischer, denn weder Kleiderordnung noch das große Geld spielen hier eine Rolle. Auf der Straße zählt nur das Bauchgefühl.

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http://markthalleneun.de/maerkte/street-food-thursday

www.street-food-session.de/

www.street-food-festival.de/koeln/

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